Monika SjpgFür jeden Tag
Liebe Leser*innen,
kennen Sie das auch: wenn einem am Tag etwas schief geht, wenn man gar selbst etwas falsch macht, einen anderen Menschen verletzt, unfreundlich oder ungerecht behandelt, oder auch, wenn einem selbst Ablehnung entgegen schlägt, man Ungerechtigkeit erfährt, - wenn etwas davon passiert, beschäftigt einen das sehr und oft sehr lange, mindestens den ganzen Tag! So geht es auch mit schlechten Nachrichten, die einen erreichen, mit Problemen und schwierigen Situationen. Das kann sehr quälend sein, verhindert, sich auf anderes konzentrieren zu können. Alles, was sich an diesem Tag auch noch an Gutem ereignet hat, was wohltuend, positiv und bereichernd war, verschwindet vor dem Versagen, der Niederlage, der Kränkung, dem Problem, der schlechten Nachricht … Welch ein Ungleichgewicht!

Eine gute Übung für eine erweiterte, veränderte, auch dankbare Sicht auf das eigene Leben, auf die Welt, habe ich vor Jahren bei Dorothee Sölle gelesen, immer wieder mal fällt mir das ein und ich versuche es im Rückblick auf den eigenen Tag zu beachten.

„Jetzt habe ich mir vorgenommen
jeden tag drei sachen zum loben zu finden

Dies ist eine geistlich-politische übung
von hohem gebrauchswert

Sie verbindet mich
mit den müttern und vätern des glaubens
desselben kontraktes
sie lehren mich sehen
auszumachen was alles sehr gut ist“

(Dorothee Sölle, Ich will nicht auf tausend Messern gehen, Gedichte)

Jeden Tag drei Sachen, drei Ereignisse, Erlebnisse, Begegnungen – das kann doch nicht schwer sein!? Probieren Sie es doch mal aus und, wenn Sie mögen, erzählen Sie, wie es Ihnen damit ging.
Ich gebe zu, an manchen Tagen muss ich ganz schön suchen!
Drei Sachen finden und dafür Gott loben, im Bewusstsein, dass wir uns und das was uns widerfährt, Gott verdanken.
Zum Beispiel mit Psalm 36 :
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
deine Treue, so weit die Wolken ziehn.

Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
Gott, wie köstlich ist deine Huld!

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
in deinem Licht schauen wir das Licht.
(Verse 6, 8 und 10)

Bitte, denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!
Vielen Dank!