Ralf Albensoeder 1 218x300

Tagebucheintrag von Ralf Albensoeder

 

„Ein mürrischer Mensch ist ein Meisterwerk des Teufels….“


Dieser Satz aus einem alten Gebet, das um 1610 auf die Innenseite einer englischen Kirchentür geschrieben wurde, kommt mir in diesen Tagen immer mal wieder in den Sinn.
Und ich erinnere mich, wie ich vor langer Zeit, es war 1977, mit einem tollen Kapuzinerpater, Matthäus Bergmann, beim Praktikum im Werpeloh (Emsland) über das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt gesprochen habe, zu Krankheit, Wohlstand, Angst und so vielem mehr. Er lehrte mich, dass es entscheidend sei, ob ich diese Angst habe oder sie mich, ob die Krankheit mich hat oder habe ich sie…
Wenn ich „habe“, dann ist das Bedrohende nicht Herr über mich. Mit Gottes Hilfe kann ich mich gegen die „Gefangenschaft“ zur Wehr setzen. Dann bleibt es nicht etwas das mein Leben beherrscht. Dann bestimmt zum Beispiel auch nicht Corona mein Leben mit allen Sorgen und Problemen, sondern ich setze im Vertrauen auf und mit Gott etwas dagegen, damit es keine Macht über mich bekommt.
Dann möchte ich jeden Tag lernen, mich an noch so kleinen Dingen zu erfreuen, ein Telefonat, einen Witz, auch über Corona (z.B. dass täglich 3 Knollen Knoblauch zu essen, zwar nicht gegen Corona hilft, aber der Mindestabstand zuverlässig eingehalten wird)… am Sonnenschein und was immer Ihnen und mir einfällt, um nicht mürrisch zu werden.
Dies Gebet kann eine Hilfe sein, diese Dinge, die erfreuen, zu finden

Herr,
ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert,
und ich freue mich am Licht.
Herr, ich bin fröhlich.
Die Vögel und Engel singen, und ich jubiliere auch.
Das All und unsere Herzen sind offen für Deine Gnade.
Ich fühle meinen Körper und danke.
Herr,
ich freue mich an der Schöpfung.
Und dass Du dahinter bist
und daneben und davor und darüber
und in uns.
Die Psalmen singen von Deiner Liebe,
die Propheten verkündigen sie,
und wir erfahren sie.
Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Ein neuer Tag, der glitzert und knistert
und jubiliert von Deiner Liebe.
Jeden Tag machst Du,
Du zählst jeden Tag
die Haare auf meinem Kopf.
Halleluja, Herr.

                                                                      Aus Afrika

Im Gebet auf der Kirchentür übrigens geht es weiter und endet so:
Gib mir die Gabe, Positives zu sehen, wo ich es nicht erwartet habe, und gute Seiten bei Menschen zu finden, bei denen ich es nicht für möglich hielt; und gib mir schließlich auch die Gelegenheit, es ihnen zu sagen.

 

Eine Bitte: Nicht alle unsere Gemeindemitglieder haben die Möglichkeit, unser Tagebuch online zu verfolgen. Falls Sie jemanden kennen, der nicht im Internet ist: Drucken Sie den Text aus und bringen sie ihn (vielleicht bei einem Spaziergang?) vorbei. Vielen Dank!