Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Rolf Mueller portrait 2WochenWort am 14. Juni

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Als wäre es für heute geschrieben! Das habe ich mir gedacht, als ich das Sonntagsevangelium von heute gehört habe! Da geht es im Matthäusevangelium um die Aussendung der Jünger durch Jesus. Und dieser Text fängt schon gut an: „Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Jesus sieht, was bei den Menschen los ist; er spürt ihre Müdigkeit und Erschöpfung. Genau diese Phänomene machen sich nach einer so langen Krisenzeit auch in meinem Umfeld bemerkbar. Und ich bin mir sicher, dass Jesus das auch heute sieht. Damals hat er keine Konzepte und Pläne dagegen entworfen, sondern er hat seine Freunde zu ihnen ausgesandt. Es waren 12 Leute gewesen – diese Zahl ist symbolisch zu verstehen: Das ganze Volk Israel mit seinen zwölf Stämmen soll erreicht werden. Er gibt diesen Menschen große Vollmachten mit: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“

Ja, ich bin mir sicher, das ist für uns heute geschrieben. Auch wir sollen zu den Menschen rausgehen. Auch wenn ich sicher nicht Wunder wie Totenerweckungen oder Krankenheilungen vollbringen kann, so ist doch an dem Auftrag Jesu auch für mich viel Wahres drin. Ich kann sehr wohl zu Trauernden hingehen und einfach da sein. Ich kann Kranke besuchen und ihnen zur Seite stehen. Ich kann versuchen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und gegen die vielen Dämonen unserer Tage angehen: Verschwörungstheorien, rassistische Einstellungen und vieles andere mehr. „Das Himmelreich ist nahe!“ – wenn ich das verkünden soll, dann heißt das für mich: Ich kann meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass etwas davon hier in meinem Umfeld zu spüren ist. Denn überall dort, wo sich Menschen für Gerechtigkeit und für Schwache einsetzen, ist das Himmelreich nahe.

Ich bin mir sicher: Jesus sendet uns dazu auch heute aus, Frauen, Männer, Junge, Alte. Vielleicht ist das seine Botschaft an alle seine Freundinnen und Freunde für die Zeit jetzt am Ende des harten Lockdowns“: Geht raus, seid nahe bei den Menschen, besonders bei den Schwachen! Damit ist das Sonntagsevangelium von heute ein echter Anstoß, mich aus meinem „Coronafrust“ etwas raus zu bewegen: „Geh los, hab Mut, verlier die Hoffnung nicht“, könnten die Worte Jesu für mich heute bedeuten. Oder einfach genauso, wie er es damals gesagt hat: „Die Ernte ist groß!“

Ich wünsche Ihnen eine gute und gesegnete Woche!

Rolf Müller, Pastoralreferent

 

Bitte,
denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!

Vielen Dank