Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

Gedanken zur Umkehr und zur Versöhnung

Deine Sünden sind dir vergeben.

(Evangelium nach Lukas 7,48)

"Kein Mensch ist vollkommen". Das lässt sich so leicht sagen.

Aber wenn es gilt, auf sich selbst zu schauen, auf die Denk- und Handlungsweisen, durch die ich mir und anderen Schaden zufüge, dann ist dies alles andere als leicht.

Der Gott, von dem die Bibel im Alten und im Neuen Testament erzählt, ist ein Gott, der den Menschen in seinem gesamten Tun ernst nimmt.

Immer wieder wird erzählt, dass dieser Gott barmherzig ist, dass er den Menschen nicht auf die Fehler der Vergangenheit festnagelt, sondern Neuanfänge ermöglicht. Dieser Gott steht zum Menschen und seiner Schuld. Er lässt ihn nicht fallen. Dieser Gott sagt immer wieder JA zum Menschen, damit dieser zu sich JA sagen und wieder neu anfangen kann. (Das Gleichnis vom verlorenen Sohn - barmherzigen Vater - Lk 15,11-32)

Gott ist die Liebe.

"Du sollst den Herrn, Deinen Gott lieben, und Deinen Nächsten, wie Dich selbst" (Mt 22,37 f) antwortet Jesus, als er nach dem obersten Gebot gefragt wird.

An einigen Stellen des Neuen Testamentes wird erzählt, dass Jesus mit göttlicher Vollmacht Menschen die Sünden vergeben hat, z.B. in Lk 7,48.

Es gibt für uns Katholiken verschiedene Formen der Sündenvergebung:

Entschuldigen, Wiedergutmachen, persönliches Gebet, Werke der Nächstenliebe, gemeinsames Bitten um Vergebung, den Bußakt in der Messe, die Feier der Eucharistie.

Daran knüpft die Feier der Versöhnung - die Beichte - an.

In der Regel feiern wir im Advent und in der Fastenzeit in unserer Pfarrgemeinde einen Bußgottesdienst, der zum kritischen Blick auf das eigene Leben und zur Umkehr einlädt, im Anschluss besteht in der Regel die Möglichkeit, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Da zur Zeit als Vorsichtsmaßnahme wegen des Corona-Virus‘ bis auf weiteres alle Gottesdienste, Veranstaltungen und Treffen ausfallen,

einige anregende Gedanken für die persönliche Betrachtung zu Umkehr und Versöhnung:

Meine Sorgen; mein Umgang mit den Mitmenschen; Verzeihen können; mein Umgang mit mir; Gebet, Pflege der Beziehung zu Gott; ...

Wenn Sie ein Gotteslob zu Hause haben, finden Sie Gebete unter GL 9,7 und GL 601,7 und geeignete Lieder GL 456 „Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg“ und GL 767 "Sag ja zu mir, wenn alles nein sagt.“

 

GL 9,7 Umkehr und Buße

Ich bin da vor dir, mein Gott.
Ich versuche, mein Leben zu verstehen.
Du kennst und verstehst mich besser,
als ich mich kenne und verstehe.
Vor dir darf ich ans Licht bringen, was in mir dunkel ist.
Vor dir darf ich zulassen,
was ich vor meinen Mitmenschen zu verbergen versuche.
Vor dir darf ich annehmen,
was ich sonst nicht an mir wahrhaben will.
Gott,
durch Christus hast du mich und mein Leben angenommen – und du hast mich mit all meinen Schwächen und Fehlern angenommen.
Komm mir mit deinem Heiligen Geist zu Hilfe,
damit ich es wage, in das Dunkel meines Lebens zu schauen. Hilf mir, mich zu verstehen.
Schenk mir das Vertrauen und die Hoffnung,
dass sich das Dunkel in mir in Licht und Leben verwandelt. Befreie mich in Jesus Christus und durch die Kraft des Heiligen Geistes zu neuem Leben. Amen.

Erich Guntli

Mehr zum Sakrament der Versöhnung finden Sie unter www.katholisch.de