Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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von Pfarrer Rolf Glaser

 

Wer fällt Ihnen ein, wenn Sie gefragt werden, welche Heiligen Sie kennen? Die Gottesmutter Maria? die Apostel? Der hl. Franz von Assisi? Die hl. Hildegard von Bingen?...
Heute ist der Geburtstag eines Heiligen, der selbst wenig Aufhebens von sich gemacht hat. Ich möchte Sie aus der Isolation und Blickverengung durch Kontaktverboten und Corona-Dauerberieselung seitens der Medien entführen und zu einer Zeitreise einladen: in die Zeit unseres Geburtstagskindes, des hl. Vinzenz von Paul, eines „Helden“ des Alltages - all den Heldinnen und Helden des Alltags heute gewidmet.
Er wird am 24. März 1581 als Sohn eines armen Bauern in der französischen Gascogne geboren. Er erlebt seine Kindheit als Schweinehirt auf dem elterlichen Hof einerseits und in den Wirren des Krieges zwischen Katholiken und Hugenotten andererseits. Die Heerhaufen plündern die armen Bauern und begegnen ihnen mit roher Gewalt. „Ich hasse den Krieg!“ schreibt der 15jährige in sein Schulheft.
Zu diesem Zeitpunkt besucht er die Lateinschule und kann auf Vermittlung eines Rechtsanwaltes schließlich Theologie studieren. Sein Vater verkauft zur Finanzierung des Studiums ein Ochsengespann, ein Vermögen für den armen Mann. Vinzenz von Paul wird schließlich mit 19 Jahren Priester und unterliegt zunächst der Versuchung eines sozialen Aufsteigers. Mit wechselndem Erfolg giert nach er Ansehen, will Karriere machen und im Wohlstand leben.
Da ein erster Schicksalsschlag! Bei einer Seereise wird sein Schiff von Sklavenhändlern überfallen und er wird in die Sklaverei verkauft. Zwei Jahre verbringt er als Sklave, bis ihm schließlich die Flucht gelingt. Zunächst will er sein altes Leben wieder aufnehmen, seine Ambitionen scheitern aber mehrfach aufgrund unglücklicher Umstände
1609 sieht man ihn als bettelarmen Priester in Paris, wo er – vom Tropenfieber geplagt - nun in einem dürftigen Zimmerchen in einem Vorort lebt.- Schließlich wird er auf die Vermittlung eins Sekretärs zum „Almosenverwalter“ von Königin Marguerite de Valois. Nun verzichtet er auf eine Dienstwohnung im Palast und bleibt in seiner schlichten Behausung. Erhebliche Mittel, die ihm nun zufließen, steckt er in ein Hospital, das er gründet. Es ist der erste Baustein von zahlreichen caritativen Werken, die er ins Leben ruft. Der große evangelische Pfarrer und Pädagoge, Johann Hinrich Wichern, Begründer des „rauen Hauses“ in Hamburg, sagt über ihn: der „Unerreichte in allen Landen“ auf dem Gebiet der Caritas.
Er kümmert sich um die arme Landbevölkerung, um die Bettler in den Städten, um Findelkinder, um Sklaven, um „Geisteskranke“: „Unsere Regel ist unser Heiland selber, der sich umgeben wollte mit Irren, besessenen, Tollen, verrückten. Von allen Seiten brachte an sie zu ihm, damit er sie befreie und heile…“.- Er reformiert das Leben der Priester und die Priesterausbildung: „Sprechen Sie überzeugend von der barmherzigen Liebe!“ Auch die Seelsorge an den Galeerensträflingen liegt ihm am Herzen. Ein Biograph berichtet, er habe sich selbst anstelle eines Familienvaters an die Ruderbank anschmieden lassen, so diesem zur Flucht verholfen und wochenlang selbst das Schicksal der Galeerensträflinge geteilt – bevor man ihn schließlich erkannte und befreite. Er gründet die Caritasbruderschaften (in Deutschland gibt es bis heute die Vinzenz-Vereine bzw. Konferenzen, Vorläufer der modernen Caritasarbeit) sowie mehrere caritative Orden, darunter die barmherzigen Schwestern, denen im Jahre 2006 21.000 Schwestern angehörten. „Die Armen seien Euer Brevier, eure Litaneien!“
Und er legt sich mit den Großen und Mächtigen an. Kardinal Richelieu tritt er entgegen: Geben Sie uns Frieden, Monseigneur! Haben Sie Mitleid mit uns! Geben Sie Frankreich den Frieden.“ Und als 70jähriger durchschwimmt er die eisige Seine, um zur Königin vorzudringen und von ihr Mitleid für das belagerte und hungernde Paris zu erflehen und – zunächst erfolglos - die Ablösung des Warlords Kardinal Mazarin zu verlangen. Ein später Triumph ist das Duellverbot, das er 1651 erwirkt. 1660 stirbt Vinzenz von Paul „geräuschlos, unauffällig, schlicht und einfach“ (Gisbert Kranz, Sie lebten das Christentum).
Menschen, wie Vinzenz von Paul, sind für mich Mutmacher in schwierigen Zeiten, Kronzeugen einer Barmherzigkeit, die verändert und ebenso Kronzeugen gegen die allgemeine Larmoyanz. Es gibt sie auch heute!
Ihr Pfarrer Rolf Glaser

 

Bitte, denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!
Vielen Dank

Manger Ruben kl 300x200Georgstag - Bücher und Rosen

Wären Sie heute in Barcelona, Girona oder irgendeiner anderen Stadt in Katalonien, wäre es nicht unwahrscheinlich, dass man Ihnen als Frau eine Rose und als Mann ein Buch schenkt. Denn heute feiern die Kirche den Georgstag und die UNESCO den Welttag des Buches. (Am Todestag von William Shakespeare.)IMG 20200422 105050
Vom heiligen Georg, der ja auch unser Bistumspatron ist, heißt es, er habe einen Drachen getötet und dabei einer Prinzessin das Leben gerettet. An der Stelle, wo das Tier sein Leben verlor, soll der Legende nach ein Rosenstrauch gewachsen sein an dem die rotesten aller Rosen blühten.
Im Tagesgebet für den heutigen Gedenktag heißt es: „Starker Gott, am Gedenktag des heiligen Georg preisen wir deine Macht. Auf seine Fürsprache hin stehe uns in jeder Not bei.“
Neben seinen vielen Schutzpatrozinien wie etwa für die Pfadfinder, die Reiter, der Wanderer und der Gefangenen ist Georg einer der der 14 Nothelfer Gottes. Dies drückt sich in diesem Tagesgebet aus. Wir können den heiligen Georg auch in der aktuellen Not anrufen und ihn um seinen Schutz und seine Hilfe bitten. Hierzu ein Gebet aus Vierzehnheiligen:
Ikone Hl Georg von Reinhold Dörr„Heiliger Georg, du hast in deinem Leben erfahren, dass Dienen hart sein kann. Gib uns die Tapferkeit, die wir brauchen, um unsere Kraft und unser Können in den Dienst des Nächsten zu stellen. Gib denen, die über uns herrschen, Ehrlichkeit, Demut und mitmenschliches Verstehen für unsere Sorgen.“
Vielleicht finden sie ja heute auch die Zeit, jemandem ein Buch oder eine Rose zu schenken, aber vielleicht reicht auch eine Buchempfehlung, ein Buch, das Sie geprägt, beeindruckt, motiviert hat oder einfach nur eine schöne Geschichte erzählt. Es muss auch nicht immer ein neues Buch sein, vielleicht finden sie in einem öffentlichen Bücherschrank ein Buch für sich oder andere. (Ein solcher steht beispielsweise Neumarkt 3, 65934 Frankfurt am Main)
Kommen Sie gut durch den Tag und bleiben Sie gesund!
Ruben Manger

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Ralf Albensoeder 1 218x300

Tagebucheintrag von Ralf Albensoeder

 

„Ein mürrischer Mensch ist ein Meisterwerk des Teufels….“


Dieser Satz aus einem alten Gebet, das um 1610 auf die Innenseite einer englischen Kirchentür geschrieben wurde, kommt mir in diesen Tagen immer mal wieder in den Sinn.
Und ich erinnere mich, wie ich vor langer Zeit, es war 1977, mit einem tollen Kapuzinerpater, Matthäus Bergmann, beim Praktikum im Werpeloh (Emsland) über das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt gesprochen habe, zu Krankheit, Wohlstand, Angst und so vielem mehr. Er lehrte mich, dass es entscheidend sei, ob ich diese Angst habe oder sie mich, ob die Krankheit mich hat oder habe ich sie…
Wenn ich „habe“, dann ist das Bedrohende nicht Herr über mich. Mit Gottes Hilfe kann ich mich gegen die „Gefangenschaft“ zur Wehr setzen. Dann bleibt es nicht etwas das mein Leben beherrscht. Dann bestimmt zum Beispiel auch nicht Corona mein Leben mit allen Sorgen und Problemen, sondern ich setze im Vertrauen auf und mit Gott etwas dagegen, damit es keine Macht über mich bekommt.
Dann möchte ich jeden Tag lernen, mich an noch so kleinen Dingen zu erfreuen, ein Telefonat, einen Witz, auch über Corona (z.B. dass täglich 3 Knollen Knoblauch zu essen, zwar nicht gegen Corona hilft, aber der Mindestabstand zuverlässig eingehalten wird)… am Sonnenschein und was immer Ihnen und mir einfällt, um nicht mürrisch zu werden.
Dies Gebet kann eine Hilfe sein, diese Dinge, die erfreuen, zu finden

Herr,
ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert,
und ich freue mich am Licht.
Herr, ich bin fröhlich.
Die Vögel und Engel singen, und ich jubiliere auch.
Das All und unsere Herzen sind offen für Deine Gnade.
Ich fühle meinen Körper und danke.
Herr,
ich freue mich an der Schöpfung.
Und dass Du dahinter bist
und daneben und davor und darüber
und in uns.
Die Psalmen singen von Deiner Liebe,
die Propheten verkündigen sie,
und wir erfahren sie.
Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Ein neuer Tag, der glitzert und knistert
und jubiliert von Deiner Liebe.
Jeden Tag machst Du,
Du zählst jeden Tag
die Haare auf meinem Kopf.
Halleluja, Herr.

                                                                      Aus Afrika

Im Gebet auf der Kirchentür übrigens geht es weiter und endet so:
Gib mir die Gabe, Positives zu sehen, wo ich es nicht erwartet habe, und gute Seiten bei Menschen zu finden, bei denen ich es nicht für möglich hielt; und gib mir schließlich auch die Gelegenheit, es ihnen zu sagen.

 

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Rolf Mueller portrait 2von Rolf Müller

 

 Begegnung

„Autohäuser offen, Gotteshäuser zu“ – so lautete eine Schlagzeile einer großen Tageszeitung am letzten Wochenende. Da steckt für mich viel Wahrheit drin! Ich war schon etwas enttäuscht als ich gehört habe, dass es vorerst bei dem Verbot unserer öffentlichen Gottesdienste bleibt; anderes dagegen ganz schnell wieder aufmachen darf. Ich will nicht falsch verstanden werden: Ich fand es sehr richtig zunächst so zu handeln, wie es die Kirchen im Einverständnis mit dem Staat getan haben. Es war wichtig, beim Kampf gegen die Ausbreitung des Virus solidarisch mitzuwirken; auch wenn das besonders an Ostern schwer war. Aber wenn es jetzt im wirtschaftlichen Bereich Lockerungen geben kann, warum dann nicht auch im Bereich des Religiösen?
Das Grundrecht auf freie Religionsausübung ist ein hohes Gut – aber das ist nicht der Hauptgrund, weswegen ich die aktuelle Situation schade finde. Mir fehlt die Begegnung, die nur in der Kirche so richtig stattfinden kann: Mit anderen Menschen und ganz besonders mit Jesus Christus im Sakrament. Ich merke, wie mir die Gottesdienste in unseren Kirchen fehlen. Ich bin mir sicher: Wir würden es schaffen, solche unter guten hygienischen Bedingungen hinzubekommen; ohne dass eine große Gefahr für eine Virenübertragung besteht. Ich hoffe sehr, dass das bald wieder möglich sein wird.
Beim Nachdenken über diese Sache werden mir aber auch zwei andere Dinge wieder klar.
Die eine Sache fällt unter das Stichwort „Christus begegnen“: Eigentlich weiß ich es ja, aber ich habe es jetzt wieder neu erfahren können: Jesus kann ich auch in jedem Menschen begegnen. So sagt es doch Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40) Wie viele Menschen haben – ohne davon zu wissen – diese Begegnung bei ihrer Hilfe für Menschen in den letzten Tagen wohl gemacht? Ich weiß auch von vielen Erzählungen: Eine Begegnung mit Jesus hat in den letzten Tagen ganz oft mit denen stattgefunden, die sich als Familie oder als Hausgemeinschaft zum Beten und zur Schriftlesung getroffen haben. Und schließlich weiß ich von vielen Beterinnen und Betern aus unseren Gemeinden, denen Jesus ganz nahe war.
Die andere Sache fällt unter das Stichwort „Dankbarkeit“. Ich finde es großartig, wie viele Menschen aus unseren Gemeinden geholfen haben und noch helfen, diese Begegnungen mit Gott und untereinander in diesen Zeiten möglich zu machen. Unsere Webmaster, Kameraleute, Technikerinnen und Techniker und die vielen, die eine gute Idee entwickelt und umgesetzt haben, sei es mit Videos; Webimpulsen, Youtubechannel, Gabenzaunbetreuer und vieles andere mehr. Auf sie alle freue ich mich, wenn wir uns in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft gemeinsam im Gottesdienst treffen können!

 

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Liebe Leserinnen und Leser,
Der heutige Tagebucheintrag ist von:
Pater Roger Abdel Massih CML

 

 

 

 

 

 

 

Montag der 2. Osterwoche, 20. April 2020

Gestern wollten die Erstkommunionkinder die Heilige Erstkommunion feiern.
Ich möchte mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, heute über ein paar Eindrücke von der Erstkommunionvorbereitung und der Feier nachdenken, so dass der Weiße Sonntag, seine Farbe trotz Corona behält.

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An Gründonnerstag, saßen unsere Kommunionkinder gemeinsam mit ihren Eltern alle an einem langen weißen Tisch.
Der Tisch ist wie eine Verlängerung des Altares. Ein Bild, welches ich nicht nur in meinem Computer gespeichert habe, sondern auch in meinem Kopf und meinem Herz. Das Bild bietet für Theologen eine Oase des Denkens, wie wir bei jedem Gottesdienst, bei jeder Messe, alle an einem Tisch sitzen mit Jesus. Unser Altar ist verbunden mit dem Tisch des Herrn im Himmel und er teilt mit uns das Brot. Das Bild bietet für die Kinder eine Freude an der Gemeinschaft. Wir sitzen alle gemeinsam miteinander an einem Tisch, essen vom gleichen Brot und trinken „Trauben Saft 😊“ wir sind eine FAMILIE!

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So einen schönen und gesegneten Tag vermissen wir!
Aber unser Bischof Georg hat an alle Kommunionkinder geschrieben und ihnen versprochen:
die Erstkommunion wird nachgeholt, und es wird ein wunderschöner Tag werden. Da bin ich sicher.

Darauf vertrauen wir! Wir werden die Erstkommunion zu einem späteren Zeitpunkt in unseren Gemeinden feiern!

Erstkommunion ist NICHT Abgesagt, nur verschoben!

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Dankgottesdienst

Was für eine Freude!
Die Kommunionkinder sind wieder da, um Danke zu sagen.
Danke? Wer bedankt sich bei wem?
Wir bedanken uns bei Euch liebe Erstkommunionkinder. Ihr seid für die Kirche Licht, Ihr bringt Leben und Freude!
Wir danken Euch für Eure Geduld, besonders in diesem Jahr und wir versprechen Euch: Eure Erstkommunion kommt und wir werden miteinander ein tolles Fest feiern.
Bleibt behütet! Bis bald!

 

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Stefan Hofer

von Stefan Hofer

Geduld ist eine Tugend
Wir sind in einem Zustand in dem wir keine Kontrolle haben und in dem wir einfach nur warten können. Einigen fällt das relativ leicht, den anderen schwerer. Es hilft auch nicht zu lamentieren, die Dinge werden dadurch nicht anders. Das Volk Israel hat damit Erfahrung. Als es aus Ägypten zog, murrten regelmäßig die Menschen, dass es in Ägypten doch besser gewesen wäre und sie waren sogar 40 Jahre untätig in der Wüste. Da muss man eine Engelsgeduld haben. Exodus 16,35: „Die Israeliten aßen 40 Jahre lang Manna, bis sie in bewohntes Land kamen“. Ich glaube da geht es uns doch besser. Auch für die, die Schwierigkeiten haben, essen zu bekommen, wird was auch in den Stadtteilen organisiert. Es gibt Einkaufshilfen und die Tafeln sind in Frankfurt immer noch offen. Natürlich ist es trotzdem schwierig auszuhalten. Und es ist auch gut, die Augen und Ohren offenzuhalten, um zu hören und sehen, wer noch Hilfe braucht. Dann können Sie uns Bescheid sagen.
Heute ist der erste Samstag der Osterzeit: Da heisst es: „Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen.“ Markus 16,15. Bleiben wir frohen Mutes und haben wir Geduld, denn uns allen gilt die Frohe Botschaft.

 

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Harald Stuntebeck

von Harald Stuntebeck

 

Liebe Leserinnen und Leser,

In dieser Woche habe ich ein paar Tage Urlaub, wie der eine oder die andere unter uns.
Die eigentlich geplante Reise ist ausgefallen und so habe die Zeit mit etwas verbracht, wozu ich sonst wenig komme. Im Internet habe ich nach französische Liedern und Künstlern gesucht, diese gehört und beim manchen auch ein paar Informationen gesammelt.

Dabei bin ich auf einen den Liedermacher Gauvain Sers gestoßen, der ein tolles Lied und eine tolle Aktion gemacht hat.

In seinem Liede „Les oublies“ besingt er, wie in Frankreich Dorf-Grundschulen geschlossen werden, um die Schülerinnen und Schüler in größeren Schuleinheiten effektiver und kostengünstiger zu beschulen.
Das Lied entstand, weil eine Dorfschule in Nordfrankreich ihn gebeten hatte, sie im Kampf um den Erhalt der Schule zu unterstützen.

Sers, der selbst in einem kleinen Dorf im Süden Frankreichs aufgewachsen ist, ging auf die Anfrage ein, reiste zu der Schule, machte mit Schülern und Lehrern Aufnahmen und schrieb für sie das Lied „Les oublies“ (die Vergessenen). In diesem Lied beschreibt er die Situation dieser Grundschule, die beispielhaft für viele andere ist.
Er brachte durch sein Engagement das Anliegen an die Öffentlichkeit. Nach meinen Informationen hatte die Aktion von Lehrern, Eltern, Schülern und Sers Erfolg, die Schule wurde nicht geschlossen.

Der Refrain des Liedes lautet:

On est les oubliés Wir sind die Vergessenen
La campagne, les paumés Das Land, die (wörtlich Palmen) auf dem Land sind
Les trop loin de Paris Diejenigen, die zu weit weg von Paris leben
Le cadet d'leurs soucis Die, die mit ihren Sorgen allein gelassen sind

Mich hat Gauvain Sers ,mit seinem Lied und seiner Aktion beeindruckt. Er hat mich darüber hinaus angeregt, darüber nachzudenken, wer oder was in meinem Leben „die Vergessenen“ sind. Freunde, Verwandte, bei denen ich mich schon lange nicht gemeldet habe.
Dinge die ich schon immer einmal tun wollte,…

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich, vielleicht gibt es bei Ihnen auch „die Vergessenen“.
Schau‘n sie doch einmal nach, rufen Sie einmal überraschend jemanden an, der nicht damit rechnet oder tun sie etwas was sie schon immer einmal tun wollten,…

Wenn Sie auch französische Lieder mögen oder es interessiert sie die Schule, die Gauvain Sers besucht hat. Dann klicken Sie einfach auf den Link.

https://www.youtube.com/watch?v=CIfV6TQIhcc
Den ganzen Text zum Lied gibt es auf Französisch und Englisch hier:
https://lyricstranslate.com/de/les-oubli%C3%A9s-forgotten-ones.html
Viel Freude dabei wünscht Euch und Ihnen

Harald Stuntebeck

 

 

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Juraj Sabados

 

von Juraj Sabados

 

 

 

Mit oder ohne IHN
Das heutige Evangelium beschreibt die Situation am See von Tiberias. Dort offenbarte sich Jesus das dritte Mal den Jüngern, seit er von den Toten auferstanden war (Joh 21, 1-14).
Dieser See ist besonders. Hier berief er seine ersten Jünger, als diese fischten. Hier hat Jesus viele Wunder getan. Hier ist er vielen Menschen begegnet und hat seine Jünger gelehrt, was es bedeutet ihm zu glauben und ihm zu vertrauen.
Und wie ist die Situation am See heute? Unsicherheit, Angst, Elend, Not, Misserfolg.
Petrus, der, der so viel mit Jesus erlebte, der Augenzeuge war, er kehrt zurück und arbeitet in seinem alten Beruf. Klar, er muss von etwas leben. Anstatt Jesus ist Petrus nun wieder der Leiter der Fischer. Nachgefolgt von anderen.
Aber ohne Erfolg.
In dieser Situation tritt Jesus auf und fragt sehr provokant: „Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?“. Selbstverständlich weiß Jesus, dass seine Jünger nicht nur einen leeren Magen haben, sondern auch ihr Herz hohl und trostlos ist.
Jesus fordert sie auf das Netz auszuwerfen. Die Jünger gehorchen und erleben unerwartet einen großen Erfolg. Ein volles Netz.
Diese Geschichte ist für uns sehr belehrend!
Es geht um die Frage, ob wir Christen unserer Berufung eigentlich gerecht werden.
Versuchen auch wir „alleine zu fischen“, aus eigener Kraft? Vergessen wir vielleicht, wie die Jünger damals, auch etwas sehr entscheidendes? Bei allem was wir so mühsam planen und vorbereiten? Was uns so wichtig ist und so viel Kraft kostet? Wir wollen die Dinge irgendwie bewegen, aber allzu oft ohne Gott und nur mit rein menschlichen Strategien.
Jede und Jeder von uns lebt an einem bestimmten Ort, arbeitet und bemüht sich um etwas Sinnvolles.
Lassen wir zu, dass Jesus uns berührt. Jesus, der uns Christen ausmacht. Rechnen wir mit ihm, hören wir ihn, folgen wir ihm nach! Da, wo wir auch heute sind.
Jesus sagte zu ihnen: „Kommt her und esst!“. Keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: „Wer bist du?“. Denn sie wussten, dass es der Herr war.

Gesegnete Osteroktave liebe österliche Gemeinde.

 

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