Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Harald Stuntebeck

 

Kirchentagebuch 11.05.2020

 

 

 

Mit Fassungslosigkeit habe ich die Artikel gelesen, dass sich Menschen zu großen Demonstrationen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Berlin und in anderen Städten zusammenfanden.
Was ist passiert mit den Menschen, die in den letzten Monaten durch ihr vorbildliches Verhalten dazu beitrugen, dass viele Länder bestaunen, wie es in Deutschland gelungen ist die Pandemie zu bekämpfen.

Ich habe den Eindruck, dass es in Deutschland so gut gelungen ist, dass die wenigsten von uns Menschen kennen, die erkrankt oder gestorben sind. Die Lockerung der Maßnahmen bestärkt darüber hinaus den Eindruck, dass alles gar nicht so schlimm sein kann… Und vermutlich entsteht durch die isolierenden Maßnahmen auch ein Druck, der nun irgendwo zu entweichen sucht.
Aus der Heimatstadt meiner Frau in Brasilien hören wir ganz andere Nachrichten. Alleine wir kennen drei Freunde, die erkrankt sind. Eine Freundin sagte uns: „Das ist eine erschreckende Krankheit,… es bleibt Dir einfach der Atem weg!“ Vier Wochen dauerte es, bis sie wieder einigermaßen auf den Beinen war, dabei eine Zeit im Krankenhaus. Das sind die Auswirkungen in einem Land, in dem der Präsident Jair Bolsonaro die Wirtschaftskraft über das Volkswohl setzt.
Ein Blick nach Brasilien machte uns bewusst, wie es auch bei uns sein könnte, wenn die Solidarität der nicht so stark gefährdeten Gruppen mit den sogenannten „Risikogruppen“ nicht mehr da ist.
Schauen wir uns um, in die Länder, die den Zeitpunkt verpasst haben, um ihre Menschen besser zu schützen, schauen wir in die Vereinigten Staate, nach New York, nach Italien, nach Brasilien,…
Vielleicht gibt das uns die Kraft weiter durchzuhalten und auch die zu bestärken, die am Rande ihrer Kräfte und ihrer Geduld sind.
Auch der Blick in die Bibel, das Lesen eines guten Buches, das Telefonat mit einem/er guten Freund/in, das Aufsuchen von Jesus im Gebet kann uns helfen, das Aufrechthalten unserer Verbundenheit miteinander.
Vielleicht können wir darin etwas von der Erfahrung machen, von der Frére Roger Schütz schreibt:
„Wenn diese Gemeinschaft die die Kirche ist, zur Klarheit findet, indem sie zu lieben und zu verzeihen sucht, lässt sie Wirklichkeiten des Evangeliums in Frühlingshafter Frische durchscheinen…“
(aus: Frére Roger, Taizé, Einfach vertrauen, 2004)

Ich wünsche Ihnen die Erfahrung dieses Frühlings und uns allen viel Kraft und Gottes begleitende Nähe in dieser Zeit

Ihr/Euer

Harald Stuntebeck

Bitte, denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!
Vielen Dank!

 

Stefan Hofer75 Jahre Frieden
In diesen Tagen ist der zweite Weltkrieg 75 Jahre zu Ende, 75 Jahre Frieden bei uns, eine lange Periode. Es gibt einen großen Unterschied zu der Zeit davor: Krieg ist kein Mittel der Wahl mehr für uns; politisch setzen wir auf Gespräche. Denn viele von uns in Deutschland haben gelernt, dass es im Krieg ganz viele Verlierer gibt. Auch die offizielle katholische Kirche hat dazugelernt. Während sie früher die These vom „gerechten“ Krieg vertrat, sagte Papst Franziskus 2017, dass nur der Frieden gerecht sei. Und Jesus hat schon vor 2000 Jahren in der Bergpredigt die Gewaltlosigkeit für sich und seine Jüngerinnen und Jünger proklamiert.
In den letzten Kriegen, die Deutschland betraf, wurden wir mit einem fragwürdigen Nationenbegriff aufgefordert, auch Glaubensgeschwister zu töten. Gerade hinter der Kirche St. Gallus können wir das noch nachverfolgen. In den Adlerwerken gab es ein Zwangsarbeiterlager mit Franzosen und ein Außenlager eines Konzentrationslagers (ich würde eher sagen: Vernichtungslager) mit vielen Polen und Ukrainern (weit über 1000 Menschen). Der Platz hinter der Kirche heißt Golub-Lebedenko-Platz: „Am 14. März 1945, wenige Tage vor Kriegsende (in Frankfurt), flohen der 19jährige Adam Golub und der 21jährige Georgij Lebedenko aus dem KZ Adlerwerke. Sie versuchten, sich im Gallusviertel zu verstecken. Die SS-Wachmannschaften begannen sofort mit der Suche, an der sich die halbe Nachbarschaft beteiligte. Beide wurden von der SS auf offener Straße vor den Häusern an der Ecke Lahnstraße /Kriegkstraße erschossen.“ (www.kz-adlerwerke.de) Ob sich auch Mitglieder der Pfarrei St. Gallus daran beteiligt haben, ist nicht bekannt. Albert Perabo war der damalige Pfarrer von St. Gallus. Er soll damals Zwangsarbeitern im Turm von St. Gallus die Möglichkeit geboten haben, sich zu treffen. Gerade untersuchen Thomas Schmidt, Jean-Francois Ameloot und ich die damaligen Quellen, was an diesen Gerüchten dran sein könnte, denn es gibt keine Zeitgenossen mehr, die das bezeugen könnten und wenn es so war, dann musste es auch geheim gehalten werden. Denn, dies war damals strengstens verboten! Diese Kontakte und auch Kontakte zu den französischen Arbeiterpriestern, die damals incognito bei den Zwangsarbeitern mitgearbeitet hatten, auch um ihre Landsleute zu unterstützen, waren lebensgefährlich, und endeten oft mit Verhaftung, Folter und Tod.
Was bleibt? Entsetzen darüber, dass bei uns eine Diktatur möglich war, die Millionen Menschen systematisch verfolgt und ermordet und sich daran bereichert hat. Eine Diktatur, in der die Machthaber einen Krieg angezettelt hatten, in dem sie für alle beteiligten Länder nur Leid und Tod brachten und in dem sie sich letztlich aus der Verantwortung gestohlen haben.
Ich hoffe, dass wir von dem Mut und dem Glauben lernen können der Menschen in dieser Zeit, die ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, um andere Menschen zu retten, und damit Zeugen des gefolterten und ermordeten Jesus sind. Leider kennen wir viele dieser Menschen nicht mehr, da sie selber ermordet worden sind. Aber letztendlich wurde diese Diktatur durch die Alliierten überwunden, was durch „inneren“ Widerstand, den es nur vereinzelt gab, nicht gelang. Dieser Tag der Überwindung der Diktatur, ermöglichte uns einen Neuanfang. Dass sich so eine menschenvernichtende Diktatur nicht wiederholt, ist unsere Aufgabe, und daran erinnert der Golub-Lebedenko-Platz!

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Vielen Dank!

Juraj Sabados

 

von Juraj Sabados

 

 

 

Glaubt mir doch

Im heutigen Evangelium (Joh 14, 7 – 14) hören wir wie Jesus von seinen Jüngern Glaube einfordert. Die Jünger sollen verstehen, dass er im Vater ist und der Vater in ihm ist. Nicht er, sondern der Vater in ihm vollbringt seine Werke.

In der Enzyklika „Lumen fidei“ von Papst Franziskus lesen wir:
„Im Glauben ist Christus nicht nur der, an den wir glauben, die größte Offenbarung der Liebe Gottes, sondern auch der, mit dem wir uns verbinden, um glauben zu können. Der Glaube blickt nicht nur auf Jesus, sondern er blickt vom Gesichtspunkt Jesu aus, sieht mit seinen Augen: Er ist eine Teilhabe an seiner Sichtweise. In vielen Lebensbereichen vertrauen wir uns anderen Menschen an, die mehr Sachverständnis besitzen als wir. Wir haben Vertrauen zu dem Architekten, der unser Haus baut, zu dem Apotheker, der uns das Medikament zur Heilung anbietet, zu dem Rechtsanwalt, der uns vor Gericht verteidigt. Wir brauchen auch einen, der glaubwürdig ist und kundig in den Dingen Gottes. Jesus, der Sohn Gottes, bietet sich als derjenige an, der uns Gott „erklärt" (vgl. Joh 1,18).“
„Glaubt mir doch!“

Maria ist durch ihre Beziehung zu Jesus eng mit dem verbunden, was wir glauben.
Im folgenden Gebet aus der Enzyklika „Lumen fidei“ wenden wir uns an Maria, die Mutter der Kirche und die Mutter unseres Glaubens.

Hilf, o Mutter, unserem Glauben!
    Öffne unser Hören dem Wort, damit wir die Stimme Gottes
und seinen Anruf erkennen.
    Erwecke in uns den Wunsch, seinen Schritten zu folgen,
indem wir aus unserem Land wegziehen und seine Verheißung annehmen.
    Hilf uns, dass wir uns von seiner Liebe anrühren lassen, damit wir ihn im Glauben berühren können.
    Hilf uns, dass wir uns ihm ganz anvertrauen, an seine Liebe glauben, vor allem in den Augenblicken der Bedrängnis und des Kreuzes, wenn unser Glaube gerufen ist zu reifen.
    Säe in unseren Glauben die Freude des Auferstandenen.
    Erinnere uns daran: Wer glaubt, ist nie allein.
    Lehre uns, mit den Augen Jesu zu sehen, dass er Licht sei auf unserem Weg; und dass dieses Licht des Glaubens in uns immerfort wachse, bis jener Tag ohne Untergang kommt, Jesus Christus selbst, dein Sohn, unser Herr!

 

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Thomas SchmidtKirchentagebuch für den 8.5.2020
Thomas Schmidt

 

 

 

Ein „Tag der Befreiung“
Heute vor 75 Jahren endete der zweite Weltkrieg. Für uns Deutsche ein „Tag der Befreiung“ vom Hitlerfaschismus, so hat ihn Richard von Weizsäcker schon 1985 genannt. In diesen Tagen häufen sich die Berichterstattungen über das Kriegsende, über die Befreiung der Konzentrationslager, über den Alltag im Krieg und in der Nachkriegszeit. Immer wieder erschütternde Bilder, die in mir den Schwur der Häftlinge von Buchenwald aufkommen lassen: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“.
Dass es nach diesem schrecklichen Gemetzel zwischen 1939 und 1945 unzählig viele und nicht nur kalte Kriege gab, verstört mich zutiefst. Dass heute wieder rechtspopulistische Meinungen scheinbar hoffähig werden und sich bis in die Mitte unserer Gesellschaft einnisten, macht mich besorgt und auch wütend. Dass Rassisten, Antisemiten, Neonazis wieder morden in Deutschland, wie zuletzt in Hanau, macht mich fassungslos.
Nichts gelernt? Doch. Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der Deutschen den Nationalsozialismus und alle seine Folgen ablehnt und dass die Mehrheit unseren demokratischen und sozialen Rechtsstaat verteidigt, bei allen Mängeln, die ihm anhaften.
In der Verteidigung von Demokratie und Freiheit, im Bestehen auf die Menschenrechte aller und im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung sollten gerade Christinnen und Christen und ihre Kirchen in der ersten Reihe stehen. Der Tag heute kann uns dazu ermutigen.

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Monika SjpgFür jeden Tag
Liebe Leser*innen,
kennen Sie das auch: wenn einem am Tag etwas schief geht, wenn man gar selbst etwas falsch macht, einen anderen Menschen verletzt, unfreundlich oder ungerecht behandelt, oder auch, wenn einem selbst Ablehnung entgegen schlägt, man Ungerechtigkeit erfährt, - wenn etwas davon passiert, beschäftigt einen das sehr und oft sehr lange, mindestens den ganzen Tag! So geht es auch mit schlechten Nachrichten, die einen erreichen, mit Problemen und schwierigen Situationen. Das kann sehr quälend sein, verhindert, sich auf anderes konzentrieren zu können. Alles, was sich an diesem Tag auch noch an Gutem ereignet hat, was wohltuend, positiv und bereichernd war, verschwindet vor dem Versagen, der Niederlage, der Kränkung, dem Problem, der schlechten Nachricht … Welch ein Ungleichgewicht!

Eine gute Übung für eine erweiterte, veränderte, auch dankbare Sicht auf das eigene Leben, auf die Welt, habe ich vor Jahren bei Dorothee Sölle gelesen, immer wieder mal fällt mir das ein und ich versuche es im Rückblick auf den eigenen Tag zu beachten.

„Jetzt habe ich mir vorgenommen
jeden tag drei sachen zum loben zu finden

Dies ist eine geistlich-politische übung
von hohem gebrauchswert

Sie verbindet mich
mit den müttern und vätern des glaubens
desselben kontraktes
sie lehren mich sehen
auszumachen was alles sehr gut ist“

(Dorothee Sölle, Ich will nicht auf tausend Messern gehen, Gedichte)

Jeden Tag drei Sachen, drei Ereignisse, Erlebnisse, Begegnungen – das kann doch nicht schwer sein!? Probieren Sie es doch mal aus und, wenn Sie mögen, erzählen Sie, wie es Ihnen damit ging.
Ich gebe zu, an manchen Tagen muss ich ganz schön suchen!
Drei Sachen finden und dafür Gott loben, im Bewusstsein, dass wir uns und das was uns widerfährt, Gott verdanken.
Zum Beispiel mit Psalm 36 :
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
deine Treue, so weit die Wolken ziehn.

Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
Gott, wie köstlich ist deine Huld!

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
in deinem Licht schauen wir das Licht.
(Verse 6, 8 und 10)

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Pfr Rolf Glaser 225x300Der Wonnemonat Mai! Die Natur ist zu neuem Leben  erwacht! Der Monat Mai – der Marienmonat!

 

 

 

 

Er gibt der Osterzeit nochmals einen besonderen Akzent, indem er den Blick auf die „österliche Maria“ lenkt. Das österliche Marienlied schlechthin ist für mich das Lied „Lasst unser erfreuen herzlich sehr“ (GL 533/ altes GL 585)

1. Strophe

Lasst uns erfreuen herzlich sehr, Halleluja,
Maria seufzt und weint nicht mehr, Halleluja.
Verschwunden sind die Nebel all, Halleluja,
jetzt glänzt der lieben Sonne Strahl, Halleluja.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

2. Strophe

Wo ist, o freudenreiches Herz, Halleluja,
wo ist dein Weh, wo ist dein Schmerz? Halleluja.
Wie wohl ist dir o Herz, wie wohl, Halleluja,
nun bist du aller Freuden voll. Halleluja.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

3. Strophe

Sag an Maria, Jungfrau rein, Halleluja,
kommt das nicht von dem Sohne dein? Halleluja.
Ach ja: Dein Sohn erstanden ist, Halleluja,
kein Wunder, dass du fröhlich bist. Halleluja.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

4. Strophe

Aus seinen Wunden fließen her, Halleluja,
fünf Freudenseen, Freudenmeer. Halleluja.
Die Freud sich über dich ergoss, Halleluja,
und durch dein Herz die Freude floss. Halleluja.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

5. Strophe

Dein Herz nun ganz in Freuden schwimmt, Halleluja,
und zu und zu die Freude nimmt. Halleluja.
Ach nun vergiss auch unser nit, Halleluja,
und teil auch uns ein Tröpflein mit. Halleluja.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Sicher, diese Sprache ist für die  Nüchternheit moderner Menschen zunächst eine Zumutung! Es ist die schwelgende, blumenreiche Sprache des Barock, der sich der Verfasser des Lieder, Friedrich Spee von Langenfeld, bedient, wie er es in all seinen Liedern tut (etwa das bekannte Osterlied „Ist das der Leib, Herr Jesu Christ“). Er gilt als der größte deutschsprachige Poet des Barock, zunächst vergessen, dann in der Romantik wiederentdeckt, so dass sich seine Lieder heute auch in unserem Gotteslob finden. Wer sich nicht davon verschrecken lässt, wer es auf sich nimmt, in diese Sprach- und Gedankenwelt vorzudringen und einzutauchen, der entdeckt sehr schnell, den spirituellen Reichtum und Tiefgang darinnen.

Seit dem Mittelalter kennt die christliche Spiritualität die „Marienklage“ wie sie etwa im „stabat mater“ („Christi Mutter stand mit Schmerzen“) zum Ausdruck kommt. Die Betenden sollen sich in den Schmerz Mariens hineinfühlen, den Schmerz Mariens zu ihrem eigenen Schmerz machen und zugleich die eigenen Schmerzen im Schmerz Mariens wiederfinden.

Friedrich Spee setzt nun hier den Kontrapunkt, den Gegenakzent: „Maria seufzt und weint nicht mehr“. Die Zeit des Schmerzes ist vorbei. Die, die mit Maria getrauert haben, dürfen sich nun auch mit ihr freuen! Die Freude Mariens wird zur eigenen Freude.

„Verschwunden sind die Nebel all“. Friedrich Spee war in seiner Zeit wahrlich vielen „Nebeln“ ausgesetzt: Der dreißigjährige Krieg, die Gegenreformation, in deren Wirren er eine Verwundung erlitt, die Hexenverfolgung, die er entschieden bekämpfte und dadurch in große Konflikte hineingeriet (sein Hauptwerk die „cautio criminalis“). -  Seine eigene Schwägerin, die „Hexenkönigin von Bruchhausen“, war aufgrund falscher Anschuldigungen auf dem Scheiterhaufen geendet. Wir waren letztes Jahr dort, in Bruchhausen bei Unkel, auf Gemeindewallfahrt! - Die „Postmeisterin von Köln“, deren Postmeisterei sich das Haus Thurn und Taxis“ unter den Nagel reißen wollte (aufgrund der falsche Anklage einer Nonne - ohne Geständnis – wir sie als Hexe verbrannt) verteidigte er und geriet dabei selbst unter Verdacht, so dass er bei Nacht und Nebel aus Köln fliehen musste. Schließlich starb er 1635 an einer Infektion, die er sich bei der Pflege verwundeter Soldaten in Trier zuzog. Erst 1980 wurde sein Grab in der Jesuitenkirche in Trier wiederentdeckt. Wer einmal nach Trier kommt, kann es dort besuchen.

Aber all diese „Nebel“ hatten für ihn nicht das letzte Wort. Für ihn waren sie prinzipiell schon überwunden, durch die Freude an der Auferstehung Jesu. Maria gibt uns im Glauben, wenn wir ihn denn mit ihr teilen,  an dieser Freude Anteil. Die fünf Wunden Jesu werden so verwandelt. Aus dem Blut des Gekreuzigten werden fünf Freudenseen, ja Freudenmeere.

„Und teil auch uns ein Tröpflein mit!“ Ein einziges Tröpflein genügt schon, damit auch wir „der lieben Sonne Strahl“, erkennen können, den Strahl der Ostersonne, der alle Nebel, die unseren Blick trüben und unserem Leben die Orientierung nimmt,  vertreibt!

Ihr Pfarrer Rolf Glaser

Hier können Sie es sich anhören: https://www.youtube.com/watch?v=x6nRP-wrAYk;

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Joachim Schäfer - <a href="/www.heiligenlexikon.de">Ökumenisches Heiligenlexikon</a>

 

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Verena NitzlingLiebe Leserinnen, liebe Leser,
ich weiß nicht, wie es Ihnen in den letzten Tagen ergangen ist.
Entscheidungen der Politik zur Lockerung einzelner Bereiche werden in den sozialen Medien heftig diskutiert und machen mich persönlich zunehmend wütend.
Ja, ich spüre viel Ärger, Wut, Ungeduld in den Menschen. In mir ist jedoch eine andere Wut. Wut und Ärger über dieses egoistische Verhalten und die vielen Vorwürfe. Werden keine Maßnahmen ergriffen, oder die Pandemie herunter gespielt werden die Stimmen laut: Menschen sterben, weil nichts getan wurde. Wird die Krise ernst genommen, werden Maßnahmen ergriffen um die Ausbreitung zu verlangsamen werden die Stimmen laut: Menschen werden in ihrer Freiheit eingeschränkt, es gibt genug freie Intensivbetten in den Krankenhäusern. Es geht doch schließlich um die Sicherheit und die Gesundheit von uns allen. Die eigene Verantwortung sollte im Vordergrund stehen. Ich kann, muss aber nicht diese Lockerungen für mich persönlich in Anspruch nehmen. Aber warum müssen die Menschen jeden einzelnen Schritt so negativ werten.
Die Frage rund um die Öffnung der Kitas und Schulen, ja sie bewegt mich auch und ich weiß, wie viel Ihnen, liebe Familien derzeit abverlangt wird.
Keiner von uns hat sich diese Krise ausgesucht. Keiner hat im Februar daran geglaubt, dass es so weit mit der Corona – Krise kommen kann. Derzeit zeigt sich, was aushalten wirklich heißt.
Ich persönlich glaube, dass die Menschen, die derzeit wild mit ihren Worten und Vorwürfen um sich werfen, noch nie in einer persönlichen Krise gesteckt haben. Eigene Not, Leid noch nie am eigenen Leib erfahren haben.
Ich denke in diesen Tagen an die Menschen, die ihren Arbeitsplatz durch die Krise bereits verloren haben oder in der Angst leben, dass sie darum fürchten.
Ich denke an die vielen, vielen Menschen auf dieser Erde, denen es nicht so gut geht wie uns.
Was würden all diese Menschen sagen, wenn sie eingesperrt z.B. in Frankreich leben würden oder sogar in Indien in einer Hütte.
Die Menschen auf den Intensivstationen, in den Krankenhäusern, ihre Angehörigen, die Ärzte und das Personal kämpfen um das Leben der Menschen und haben nur den Wunsch nach Gesundheit!
Wie kann man sich in solchen Situationen darüber aufregen, ob man z.B. im Zoo nun Mundschutz tragen muss.
Es macht mich traurig, dass das wertvolle Leben, welches Gott uns schenkt auf solche, meiner Meinung nach, völlig unwichtigen Dinge reduziert wird.
Freiheit wird gefordert. Ich glaube, vielen Menschen ist nicht klar, wie viel für uns hier in Deutschland in den letzten Wochen noch möglich ist. Ich darf nach draußen gehen, darf die Sonne und die Natur genießen, bin nicht eingesperrt in meiner Wohnung.
Ich bekomme bei Bedarf medizinische Unterstützung und habe technische Möglichkeiten, um mit meinen Freunden, meiner Familie, meinen Arbeitskollegen im Kontakt bleiben zu können.
Natürlich würde ich mich auch freuen, wenn das Vereinsbad, in dem ich schwimme öffnen darf. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich meine Oma besuchen darf – sie ist 90 Jahre alt und ich verzichte derzeit darauf, um das Risiko nicht einzugehen.
Natürlich würde ich mich freuen, mit Freunden im Garten zu sitzen.
Natürlich würde ich mich freuen, mein herzkrankes Patenkind zu treffen.
All das geht gerade nicht – doch, all das halten wir gemeinsam aus.
Und diese Solidarität, diese Geduld fehlt mir derzeit immer wieder, vor allem in den Kommentaren der sozialen Medien.
Gott ist in diesen Tagen an meiner Seite, ihm kann ich meine Bitten, meinen Dank, meine Klage zu-muten.
Zum Schluss habe ich den Begriff der Freiheit für Sie buchstabiert – Freiheit in den Tagen der Coronakrise bedeutet für mich:

F   reude an den kleinen Dingen
R   aus gehen und die Natur genießen
E   mpathie zeigen
I     mpfstoff braucht Zeit
H   eute, nicht gestern und nicht morgen
E   infach leben
I    st – Zustand annehmen
T   eilen

Bleiben Sie gesund,
Ihre Verena Nitzling

 

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Manger Ruben kl 300x200Gemeindereferent Ruben Manger (Foto)

„May the force be with you“

So werden im englischen Original der StarWars-Filme viele tiefgreifende Gespräche beendet. „Möge die Macht mit dir sein!“

Fast identisch klingt der Satz „May the forth be with you“, also „am vierten Mai werde ich bei euch sein“. StarWars-Fans feiern aufgrund dieses Gleichklangs am heutigen 4. Mai den inoffiziellen StarWars-Tag.

In den Filmen begleitet diese Aussage die HeldInnen immer dann, wenn sie vor oder in Herausforderungen stehen. Eine Herausforderung für uns aktuell ist die Corona-Pandemie. Nun könnten wir uns einander zusagen „Möge die Macht mit dir sein!“ in der Hoffnung, auf irgendein höheres Wesen vertrauen zu können. Das brauchen wir aber zum Glück nicht.

Wir können auf Gott vertrauen. Jesus Christus sagt am Ende des Matthäus-Evangeliums „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,18-20).
Jesus Christus ist also schon alle Macht gegeben. Ihm muss man nicht wünschen, dass die Macht mit ihm sei. Sie IST schon mit ihm.
Und er sagt uns zu, dass er bei uns sein wird, alle Tage unseres Lebens. Wenn er mit uns ist, ist auch seine Macht mit uns. Nicht nur am 4. Mai, sondern alle Tage unseres Leben. In Freude und Hoffnung, Trauer und Angst, in allen Herausforderungen unseres Lebens.

Möge Christus mit Ihnen sein! May the Lord be with you!

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