Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Monika SjpgKirchentagebuch für den 18.Mai 2020

von Monika Stanussek

 

 

 

Mal wieder die Frauen?!
In den letzten Tagen war in den Medien einiges dazu zu hören und zu lesen, dass die Frauen Verliererinnen der Corona-Krise seien. Wie kommt das?
Frauen sind es, so ist es in Untersuchungen belegt, die sich in erster Linie um die Kinder kümmern, um ihre schulischen Belange in diesen Zeiten, um ihre Freizeitgestaltung und natürlich um die Versorgung der Familie. Von einer gleichgewichtigen Arbeitsaufteilung sind die meisten Familien noch weit entfernt. Das alles war vor Corona schon so, so die Soziologin Jutta Allmendinger am Freitag, 15.05.2020 in der Sendung Aspekte, doch in dieser angespannten Zeit wird das noch deutlicher. Einen Rückfall in die 50 er Jahre würden wir gerade erleben!
Frauen sind die, die zu mindestens 75 % die Care-Arbeit machen, in Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeinrichtungen, in der Kinderbetreuung. Auch in weiteren „systemrelevanten“ Berufen, z.B. im Einzelhandel, arbeiten hauptsächlich Frauen. Alles Berufe, die schlecht bezahlt werden, was inzwischen ja endlich gesellschaftlich breit diskutiert wird. Welchen Wert messen wir welchen Tätigkeiten bei? 20 % beträgt die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen! Führungspositionen werden nach wie vor in der Regel von Männern eingenommen. Die einzige Frau, die weltweit einem Dax-Konzern vorstand, hat aufgehört.
In der Kirche ist uns diese ungleichgewichtige Aufteilung leider sehr bekannt. Auch da hat eine breite Diskussion eingesetzt. Führende Kirchenverantwortliche, alles Männer, betonen immer wieder, dass Frauen Führungspositionen übernehmen sollen, solche, die nicht an das Priesteramt gebunden sind. Das ist natürlich schon eine massive Einschränkung! Ja, einige wenige Frauen gibt es in leitenden Positionen, aber es sind wenige, eher die Ausnahmen. Die katholische Kirche ist nach wie vor von der Leitung her sehr männlich und von den Aktiven an der Basis sehr weiblich geprägt, sehr ähnlich wie in Gesellschaft und Wirtschaft. Wer schon mal eine Priesterweihe miterlebt hat wird sich erinnern: der ganze Altarraum ist voller Männer mit Leitungsverantwortung, Frauen tauchen als Messdienerinnen und als Lektorin auf.
Dabei hat die Kirche doch andere Grundlagen! Gestern, am 17. Mai hat die kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland) den Tag der Predigerinnen initiiert. Dieser Tag ist den Gedenktag der Junia, von der im Römerbrief Kap. 16, Vers 7 die Rede ist. Fast 2000 Jahre wurde ihr Name in der männlichen Form, Junias, übersetzt. Erst die Einheitsübersetzung der Bibel von 2016 hat den Fehler korrigiert, der seit langem bekannt war, und nun lesen wir da von Paulus:
„Grüßt Andronikus und Junia, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren; sie ragen heraus unter den Aposteln und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt.“ Junia wurde als Apostolin anerkannt, wie ihr Mann / Gefährte Andronikus und Paulus selbst auch. Und ebenso wie Maria von Magdala. Das sind biblische Zeugnisse von gleicher Würde und gleichen Rechten von Männern und Frauen in den ersten christlichen Gemeinden! Davon sind wir weit entfernt.
Wir Frauen haben noch einen weiten Weg vor uns, im eigenen Umfeld, in der Gesellschaft und in der Kirche! Gehen wir ihn mutig und unverdrossen, im Bewusstsein, dass viele Frauen in ihrer Zeit außergewöhnliche Wege vor uns gegangen sind und viele heute ihre Wege, oft in Gefahr und mit vielen Schwierigkeiten, überall auf der Welt gehen.
Apostolin Junia stärke unseren Mut und unser Durchhaltevermögen!
Monika Stanossek

 

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Vielen Dank!

 

Verena NitzlingLiebe Leserinnen, liebe Leser,

in der Bibel finden sich so viele wunderbare, stärkende Zusagen von Gott, auch für unser Leben, für jede Einzelne / jeden Einzelnen von uns.
Ich möchte Sie heute dazu einladen, sich diesem wundervollen Geschenk selbst zu widmen.
Nehmen Sie sich die hl. Schrift zur Hand, das Buch der Psalmen kann an dieser Stelle sehr hilfreich sein und suchen Sie nach diesen wertvollen Zusagen Gottes.
Welche passenden, bekräftigenden Bibelstellen finden Sie zu den folgenden Botschaften:

• Ich lasse Dich nicht alleine. Hier einige Verse aus der Bibel, die diese Aussage bekräftigen:
Mt 28,20b; Jos 1,5; Ps 91,11
• Ich nehme Dich in den Arm und halte Dich.
• Ich bin für Dich da.
• Ich tröste Dich, wenn Du traurig bist.
• Du bist wertvoll und wunderbar.
• Ich schenke Dir Hoffnung, wenn Du verzweifelt bist.
• Ich höre Dir zu.
• Ich glaube an Dich, vertraue Dir, Du bist stark.
• Du hast Ängste. Erzähle mir davon.
• Ich helfe Dir aufzustehen, wenn Du gefallen bist.
• Ich sorge für Dich.
• Du kennst Schmerzen, Enttäuschungen und Verletzungen. Ich halte sie mit Dir aus.
• Ich hab Dich lieb und ich bin froh, dass es Dich gibt.
• Du darfst Fehler machen und Gott vergibt Dir, wenn Du ihn darum bittest.
• Du ziehst Dich in die Stille zurück. Ich schweige mit Dir und halte die Stille mit Dir aus.
• Ich nehme Dich mit all Deinen Gedanken und Gefühlen ernst.
• Ich nehme Dich an, so wie Du bist. Ich bin achtsam im Kontakt mit Dir.
• Wir sind geborgen in Gottes Hand. Der Segen Gottes möge uns begleiten.
• Du bist einzigartig, ein Geschenk Gottes. Du bist sein geliebtes Kind.
• Ich halte Deine Ohnmacht mit Dir aus.
• Du hast Wurzeln wie ein Baum, die Dich durch die Stürme Deines Lebens tragen und Dir Kraft zum Leben geben.
• Ich nehme Dich an die Hand, wenn Du Hilfe für den nächsten Schritt brauchst.
• Ich lache und weine mit Dir.
• Ich wünsche mir Freundschaft und Frieden mit Dir.
• Fürchte Dich nicht. Sei behütet und traue Dich ins Leben.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Suchen und Finden.
Gerne können wir uns im Nachgang dazu auch persönlich austauschen. Ich freue mich über die „Ergebnisse“ Ihrer kreativen Bibelarbeit.
Bleiben Sie gesund!
Herzliche Grüße Ihre Verena Nitzling

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Pfr Rolf Glaser 225x300Kirchentagebuch 16. Mai 2020
Derzeit läuft die Vorbereitung der stadtweiten Eröffnung Pfingstaktion von Renovabis am 23. Mai, um 18.oo Uhr in St. Hedwig auf Hochtouren. Nachdem das „Setting“ in Corona-Zeiten endlich klar ist, haben wir in aller Eile die Bewerbung vorangetrieben und schaffen die technischen Voraussetzungen dafür.
Dabei gehen meine Gedanken zu den Menschen und Ländern in Osteuropa, mit denen wir in Verbindung standen und stehen. Auch vor ihnen macht „Corona“ nicht halt, wenn auch die Dunkelziffer dort besonders hoch ist und uns nur spärliche Informationen erreichen. Sie alle sind Corona hilflos ausgesetzt. Und sie drohen uns über unsere eigenen Sorgen und Ängste aus dem Blick zu geraten.
Erschüttert habe ich die Bilder von Ärzten vor Augen, die sich in Russland aus Verzweiflung über die medizinische Lage dort aus dem Fenster stürzten.
Ich denke an die Straßenkinder, die in der Kanalisation von Kiew leben, der Stadt, die wir mit dem Hedwigsforum vor Jahren besuchten. Bischof Bohdan schrieb in seinem Ostergruß von dort an uns: „Unsere Sorgen und unsere Gebete sind insbesondere bei einfachen, älteren Menschen sowie bei zahlreichen Familien, deren Mitglieder im Ausland sind, weil diese Menschen insbesondere verletzbar sind und die Folgen der jetzigen Krise spüren werden.“ -
Ich denke an die Flüchtlinge im Lager in Ungarn, von denen der Europäische Gerichtshof sagt, dass sie unter „haftähnlichen Bedingungen“ leben müssen. Auch in Bosnien ist ihre Lage prekär. Die Friedensorganisation RAND, die dieses Jahr im Mittelpunkt unserer „Renovabisaktion“ steht, sagte schon 2018 zur Lage der Flüchtlinge auf dem Balkan: „Es gibt keine Flüchtlingskrise, nur unsere Menschlichkeit ist auf der Probe.“
Ich denke an die Roma - Familien in Schluckenau in Tschechien oder in der Diözese Leitmeritz in Nordböhmen oder auch in Rumänien, in ihren ärmlichen Behausungen, nur mit dem Notwendigsten ausgestattet. Von den behinderten Menschen in Rumänien, auch eine Risikogruppe, berichtete uns der Caritasdirektor der Diözese Alba Julia, Andras Marton, bei der Eröffnung der Pfingstaktion 2013.
„Selig sind, die Frieden stiften“, ist das diesjährige Leitwort von Renovabis. Frieden – Schalom! Schalom ist für die Bibel nicht nur Abwesenheit von Krieg und Gewalt. Schalom ist ein umfassender Zustand, der das Heil der Menschen an Leib und Seele, alle inneren und die äußeren Zustände, umfasst. Beten wir für den Schalom der Menschen in Osteuropa, setzen wir uns weiter für sie ein! Dann wird dieser „Schalom“ auch an uns zurückgegeben. Tun wir also, was heilsam ist, für die Menschen dort und hier.
Erinnern wir und helfen wir mit unserer Spende für Renovabis!
Ihr Pfarrer Rolf Glaser

 

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von Ruben Manger

 

 

Tag der christlichen Soziallehre

Diesen Namen könnte man problemlos dem heutigen Tag geben. Am 15. Mai 1891 wurde die Enzyklika „Rerum Novarum“ („Die neuen Dinge“) von Papst Leo XIII (1878 - 1903) veröffentlicht. Diese erste große Sozialenzyklika begründete die katholische Soziallehre. Die Bedeutung von „Rerum novarum“ zeigt sich auch daran, dass die folgenden Sozialenzykliken 1931, 1961, 1971, 1981 und 1991 immer rund um den 15. Mai veröffentlicht wurden.
In der Enzyklika beschäftigt sich Papst Leo XIII mit der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts und dem Konflikt der aufkommenden Wirtschaftssysteme des Sozialismus und des Kapitalismus. Keines der beiden Systeme – das zeigte sich bereits damals – funktioniert in seiner vollen Umfänglichkeit.
In Deutschland entwickelte sich zu dieser Zeit das Sozialsystem, das wir noch heute haben und das sich seitdem immer weiter entwickelt hat. Krankenkassen, Rentenkassen, Pflegeversicherung und noch vieles mehr hat sich seither entwickelt. Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung christliche Politiker und christliche Arbeiterbewegungen. Aus der Überzeugung heraus, dass eine Arbeit einen gerechten Lohn verdient, setzte man sich für die Arbeiter in den Fabriken ein.
Durch die Einführung der Sozialsysteme sind neue Berufe entstanden bzw. spielen sie inzwischen eine wichtigere Rolle. Pflegekräfte, Krankenschwestern und andere sind heute die „Arbeiter in den Fabriken“, so kann und muss man vielleicht Krankenhäuser und Altenheime bezeichnen, vor allem, weil sie in großen Teilen so geführt werden. Deswegen sind die Menschen gerade in den aktuellen Zeiten besonders herausgefordert. Ein System, das auf Profitmaximierung ausgelegt ist, wird immer den Menschen, der im Mittelpunkt stehen sollte, vernachlässigen.
Gerade als Christen sollten wir uns heute darum bemühen, den Menschen, die besonders herausgefordert sind zu unterstützen. Die christliche Caritas, die Nächstenliebe ist uns ins Stammbuch geschrieben. Im heutigen Evangelium heißt es dazu: „Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“ (Joh 15,12).
Vielleicht und hoffentlich ist eine der Lehren aus der aktuellen Krise, dass es wieder nötig ist, eine Arbeit mit einem gerechten Lohn vergolten werden muss. Setzen wir uns hierfür ein! Wir alle kennen Menschen, die in solchen Berufen arbeiten. Teilen wir ihnen unseren Dank und unsere Anerkennung mit.
In einem Gebet aus dem 14. Jhd. Heißt es:
Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.
Amen.

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von Ralf Albensoeder

 

 

 

 

 

 

Heilige Corona, griechisch: Stephana

Menas of Egypt Victor at Damascus Vincent of Spain and Stephanida of Spain Menologion of Basil II
Was liegt am 14. Mai näher, die Heilige Corona vorzustellen, die an diesem Tag verehrt wird.
Das wahrscheinliche Geburtsjahr ist 161 Sie starb als Märtyrerin wohl im Jahr 177. Corona war nach der Legende die Frau des Märtyrers Victor von Siena. Im Alter von erst 16 Jahren starb sie ebenfalls den Martertod, nach dem sie ihren Mann in seinem Martyrium stärkte, indem sie mit zwei gebeugten Palmen beim Emporschnellen zerrissen wurde. Danach, so die Legende, fielen 2 Kronen vom Himmel. Die Palmen sind auch die Attribute dieser Heiligen.
Der Name Corona, lateinisch die Gekrönte, weist ebenso wie der griechische Name Stephana von Stephanus auf den allgemeinen Begriff Märtyrerin hin. Sie wurde auch Namensgeberin der österreichischen Währung: die Krone. Zur Schutzheiligen bei Seuchen wurde sie, weil sie, die sich für den Glauben unter Einsatz ihres Lebens einsetzte, sich in Pestzeiten, wie auch heute, Menschen in der Pflege ihr Leben riskieren.
Es gibt verschiedene Erzähltraditionen über die Hl. Corona, die unterschiedliche Orte für ihr Martyrium angeben: in griechischer Form mit den Orten Damaskus in Syrien oder Antiochia / Hatay in der Türkei, in lateinischer Fassung mit Sizilien oder Marseille in Frankreich sowie in einer äthiopischen Variante mit dem Schauplatz Alexandria in Ägypten vor,
Die Legende entstand wohl im Osten; die Verehrung ist in Nord- und Mittelitalien schon im 6. Jahrhundert belegt; Reliquien kamen von Ägypten über Zypern und Sizilien nach Norditalien. In Castelfidardo bei Osimo hat es nach alten Zeugnissen schon damals eine Corona und Victor geweihte Kirche an Stelle eines früheren heidnischen Heiligtums gegeben.

Corona Altar

Reliquienschrein für Corona, Victor und Philipp, in der Krypta im Dom in Osimo


965 kamen Reliquien sogar in den Bremer Dom. Kaiser Otto III. brachte 997 Reliquien aus Otricoli bei Terni nach Aachen ins Münster, wo ihre Grabplatte zu sehen ist und die Reliquien in einem 1912 gefertigten Gefäß aus Blei liegen; Die Reliquien in Feltre wurden 1943 und 1981 untersucht, dabei wurde festgestellt, dass es sich bei ihnen um die sterblichen Überreste eines Mannes - also wohl des Victor - und einer Frau handelt; durch Pflanzenpollen, konnten sie auf das 2. Jahrhundert datiert und ihre Herkunft aus dem Mittelmeerraum bestätigt werden.
Allein in Deutschland gibt es 8 Kirchen mit diesem Patrozinium und es gibt auch noch Wallfahrten


Corona Stephana13Nachdem 2020 die weltweite Corona-Pandemie ausgebrochen war, entschied man sich in Aachen, die geplante Restaurierung des Bleisarges vorzuziehen, um ihn zu entstauben und zu konservieren.
Der Name für das Virus kommt übrigendsvon seinem Aussehen her. (Corona, lateinisch Kranz, Krone

Quellen: „Ökumenisches Heiligenlexikon. www.heiligenlexikon.de

 

 

 

 

Bleireliquiar in Aachen bei der Restaurierung 2020

Die Bilder sind gemeinfrei: www.heiligenlexikon.de und wikipedia

 

Aus der Novene in Seuchenzeiten mit Anrufung der Hl. Corona

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Herr erbarme Dich!
Christus erbarme Dich!
Herr erbarme Dich!

Heilige Maria, Mutter Gottes – bitte für uns!
Heilige Maria, Du Heil der Kranken – bitte für uns!
Heilige Corona – bitte für uns!
Heilige Corona, Schutzpatronin gegen Seuchen, wir bitten Dich:

Für alle, die am Corona-Virus erkrankt sind – bitte für sie.
Für die Ärzte und das Pflegepersonal – bitte für sie.
Für alle, die sich gegen die Ausbreitung einsetzen – bitte für sie.
Für alle, die in Quarantäne sein müssen – bitte für sie.
Für alle, die sich Sorgen machen und Angst haben – bitte für sie.
Für alle, die verstorben sind – bitte für sie.
Um die Entwicklung eines Gegenmittels – tritt für uns ein.
Um die Eindämmung der Krankheit – tritt für uns ein.
Um Weisheit und Besonnenheit bei Entscheidungen – tritt für uns ein.

Lasset uns beten:
Allmächtiger Gott, Du vergibst deinem Volk die Sünden und heilst alle sei-ne Gebrechen, du hast uns deinen geliebten Sohn gesandt, dass er unsere Krankheiten trage:
Wir bitten dich in dieser Zeit der Epidemie und Not, blicke voll Erbarmen auf uns und gedenke deiner Liebe und Güte, die du zu allen Zeiten Deinem Volk gezeigt hast.
Nimm unser Gebet und Opfer an und erhöre uns auf die Fürsprache Deiner heiligen Märtyrerin Corona. Wende diese Krankheit von uns ab; lass dieje-nigen, die davon betroffen sind, wieder gesund werden; beschütze die, welche durch deine Güte bisher bewahrt geblieben sind, und lass die Plage nicht weiter um sich greifen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Vater Unser.

Gegrüßet seist du Maria.

Ehre sei dem Vater.

Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin. Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren. O Du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin, versöhne uns mit Deinem Sohne, empfiehl uns Deinem Sohne, stelle uns vor Deinem Sohne. Amen.
Stoßgebet für den Tag:
Tag 1: Herr, nimm uns die Angst und schenke uns Vertrauen auf Dich.
Tag 2: Herr, lehre uns ein verantwortliches Umgehen mit den Anderen.
Tag 3: Herr, schenke allen Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Kirche
Weisheit und Besonnenheit.
Tag 4: Herr, sei allen nahe, die in Quarantäne sein müssen und sich einsam
fühlen.
Tag 5: Herr, schenke allen Helfern im medizinischen Dienst Deine Kraft, Mut
und Zuversicht.
Tag 6: Herr, lehre uns die Dankbarkeit für das Leben und gib uns Deinen
Frieden.
Tag 7: Herr, tröste alle, die durch die Krise erheblichen Schaden erleiden.
Tag 8: Herr, stärke alle, die leiden müssen, und nimm von uns die Plage der
Epidemie.
Tag 9: Herr, nimm alle bei Dir auf, die gestorben sind.

Was ist eine Novene?
Unter einer Novene versteht man nach dem Vorbild der Urkirche ein Gebet, das man 9 Tage hindurch täglich verrichtet. Eine Nove-ne ist ein sehr intensives Gebet. Dabei sol-len nicht nur die wenigen Minuten des ge-sprochenen Gebets geheiligt sein, sondern die ganze Zeit dieser 9 Tage soll unter dem Anliegen stehen, um das man bittet.
Man versucht, diese Tage mit Umkehr und innerer Ausrichtung auf Gott zu gestalten, die Sünde besonders zu meiden. Vielleicht ist es sinnvoll in dieser Zeit einmal ein klei-nes Opfer zu bringen oder eine Kerze anzu-zünden verbunden mit einem Gebet oder auf das ein oder andere zu verzichten. Das gibt unserem Gebet Kraft und Festigkeit!

Pater Roger Abdel Massih.jpgLiebe Leserinnen und Leser!
Der heutige Tagebucheintrag ist von:
Pater Roger Abdel Massih CML

Dienstag der 6. Osterwoche, 12. Mai 2020

Quo Vadis? „Wohin gehst Du?“
Damals fragte Petrus seinen Meister Jesus „Domine, quo vadis?“ (Johannes 13,36).
Dieselbe Frage stellen wir uns auch Heute: Wohin gehen wir? Die Zahlen der Infektionen sind wieder gestiegen, die Angst ist wieder spürbar. Kehren wir zurück zur Quarantäne? Was ist mit der finanziellen Lage? Wie geht’s den Menschen auf der ganzen Welt? Vor allem in den armen Ländern?
Wir wissen nicht, wohin wir gehen, wo wir landen. Das macht uns alle hilflos. Genau so wie Petrus damals; denn Jesus gab ihm keine Antwort, er sagte nur: „Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.“
Dass lässt Petrus in der Spannung, genau so wie unsere Situation heute, denn das Robert Koch Institut kann uns nur schrittweise den Weg verraten, aber wissen, kennen tut ihn niemand.
Vielleicht hilft uns diese bekannte Geschichte, einen Weg zu finden.
Spuren im Sand
Spuren im Sand
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?"
Da antwortete er:
"Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."
In unsere Unsichere Zeit, ist Gott bei uns, darauf können wir uns verlassen.

 

(Bild: Pixabay)

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Rolf Mueller portrait 2

von Rolf Müller

 

 

In welche Richtung geht’s? Das ist eine Frage, die ich mir im Moment oft stelle. Kommt eine neue „Corona – Normalität“ zustande oder wird es mit Extremen – völlige Lockerungen der Maßnahmen oder ein neuer Lockdown – weitergehen? Ich sehe, wie verschieden hierzu die Ansichten sind! Eines macht mir dabei große Sorge: Ich merke, dass immer mehr Menschen nicht mehr bereit sind, in ein vernünftiges Gespräch über die Lage und die Maßnahmen zu kommen. Da machen sich Verschwörungstheorien breit! Da wird von dunklen Mächten gesprochen, die eine neue Weltregierung planen würden, da wird von dem Virus als einer Bio-Waffe gefaselt, die eingesetzt werden soll und viele andere krude Theorien mehr. Oft kommen diese aus dem ultrarechten Lager, sogar manche Kirchenleute beteiligen sich an ihnen.
Das macht mir Angst. Ich weiß: Die Lage ist kompliziert. Über das Corona Virus weiß man noch nicht viel, es wird gerade erst erforscht. So ist es ganz normal, dass es da noch viele Ansichten und Meinungen dazu gibt. Kein Politiker der aktuellen Generation hat sich wohl mit dem Problem einer Pandemie dieses Ausmaßes bisher beschäftigen müssen. Da muss manchmal „auf Sicht“ gefahren werden mit dem Risiko, auch mal einen Fehler zu begehen. Es ist wichtig, auf die Wissenschaftler zu hören, die sich in aktuellen Forschungen transparent mit diesem Virus befassen.
Einfache Lösungen gibt es nicht, ebenso wie einfache Ursachen – aber genau das wollen uns Verschwörungstheoretiker immer wieder sagen. Das ist eine große Versuchung, wer hätte nicht gerne einfache Antworten auf all die komplizierten Fragen?
Ich habe gelesen: Gerade in den Situationen, in denen Menschen sich unsicher, minderwertig und schwach fühlen, wächst bei ihnen die Sehnsucht nach dem vermeintlich Einfachen, manchmal sogar die Sehnsucht nach einem „starken Mann“, der vorgibt, alles lösen zu können. Vielleicht ist es deswegen gut daran zu denken, was uns als Christen ausmacht: Wir sind von Gott geliebte und angenommene Menschen. Gottes voraussetzungslose Liebe zu jedem von uns ist eine gute Grundlage für echtes Selbstbewusstsein. Dieses Selbstbewusstsein aus der Liebe Gottes heraus macht mich nicht immun gegen Zweifel, Sorgen und Ängste. Aber: Es stärkt mich in dem Bewusstsein, dass ich nicht alleine unterwegs durch diese Tage bin. Es gibt mir die Kraft, zusammen mit anderen und für andere in Liebe geduldig, vernünftig und Schritt für Schritt Wege aus der Krise und zu einer neuen – wenn auch „Corona“ – Normalität zu finden; ohne dabei in die Fallen falscher Theorien und großer Verführer vom rechten Rand zu fallen. Und auf diesem Weg hallt in mir noch das Wort Jesu aus dem Evangelium vom letzten Sonntag nach: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren!“

 

Harald Stuntebeck

 

Kirchentagebuch 11.05.2020

 

 

 

Mit Fassungslosigkeit habe ich die Artikel gelesen, dass sich Menschen zu großen Demonstrationen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Berlin und in anderen Städten zusammenfanden.
Was ist passiert mit den Menschen, die in den letzten Monaten durch ihr vorbildliches Verhalten dazu beitrugen, dass viele Länder bestaunen, wie es in Deutschland gelungen ist die Pandemie zu bekämpfen.

Ich habe den Eindruck, dass es in Deutschland so gut gelungen ist, dass die wenigsten von uns Menschen kennen, die erkrankt oder gestorben sind. Die Lockerung der Maßnahmen bestärkt darüber hinaus den Eindruck, dass alles gar nicht so schlimm sein kann… Und vermutlich entsteht durch die isolierenden Maßnahmen auch ein Druck, der nun irgendwo zu entweichen sucht.
Aus der Heimatstadt meiner Frau in Brasilien hören wir ganz andere Nachrichten. Alleine wir kennen drei Freunde, die erkrankt sind. Eine Freundin sagte uns: „Das ist eine erschreckende Krankheit,… es bleibt Dir einfach der Atem weg!“ Vier Wochen dauerte es, bis sie wieder einigermaßen auf den Beinen war, dabei eine Zeit im Krankenhaus. Das sind die Auswirkungen in einem Land, in dem der Präsident Jair Bolsonaro die Wirtschaftskraft über das Volkswohl setzt.
Ein Blick nach Brasilien machte uns bewusst, wie es auch bei uns sein könnte, wenn die Solidarität der nicht so stark gefährdeten Gruppen mit den sogenannten „Risikogruppen“ nicht mehr da ist.
Schauen wir uns um, in die Länder, die den Zeitpunkt verpasst haben, um ihre Menschen besser zu schützen, schauen wir in die Vereinigten Staate, nach New York, nach Italien, nach Brasilien,…
Vielleicht gibt das uns die Kraft weiter durchzuhalten und auch die zu bestärken, die am Rande ihrer Kräfte und ihrer Geduld sind.
Auch der Blick in die Bibel, das Lesen eines guten Buches, das Telefonat mit einem/er guten Freund/in, das Aufsuchen von Jesus im Gebet kann uns helfen, das Aufrechthalten unserer Verbundenheit miteinander.
Vielleicht können wir darin etwas von der Erfahrung machen, von der Frére Roger Schütz schreibt:
„Wenn diese Gemeinschaft die die Kirche ist, zur Klarheit findet, indem sie zu lieben und zu verzeihen sucht, lässt sie Wirklichkeiten des Evangeliums in Frühlingshafter Frische durchscheinen…“
(aus: Frére Roger, Taizé, Einfach vertrauen, 2004)

Ich wünsche Ihnen die Erfahrung dieses Frühlings und uns allen viel Kraft und Gottes begleitende Nähe in dieser Zeit

Ihr/Euer

Harald Stuntebeck

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