Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

Suche auf der HP

Monika SjpgKirchentagebuch am 29.05.2020

 

 

 

 

Am heutigen Tag ist der Gedenktag der Heiligen Bona. Vermutlich geht es Ihnen wie mir und Sie haben vorher noch nie etwas von dieser Heiligen gehört. Sie lebte in der 2. Hälfte des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts in Pisa. Ihr Name bedeutet „die Gute“. Der Grund, weswegen ich mich etwas mit ihr beschäftigt habe, ist folgender: sie ist die Patronin der Stewardessen! Die unterschiedlichen Berufe haben ja jeweils ihre Patronin oder ihren Patron und so sollte auch der in der Mitte des letzten Jahrhunderts ganz neue Beruf der Stewardess (fast nur weibliche Beschäftigte damals!) auch eine Patronin bekommen. Papst Johannes XXIII. hat die Heilige Bona dann dazu ernannt. Der Grund war, dass sie schon als Mädchen und auch später, viel gereist, gepilgert ist. Sie war im Heiligen Land, in Rom, in Santiago und im Höhlenheiligtum des Erzengels Michael (was es alles gibt!) in Gargano.
Reisen – Pilgern – Stewardessen: da finde ich doch viele Anknüpfungen an unsere derzeitige Situation. Reisen wird in diesem Jahr für die meisten ganz anders stattfinden als in den Vorjahren. Wir werden Deutschland oder das angrenzende Ausland erkunden, aber keine Fernreisen, keine Kreuzfahrten, keine Studienreisen machen können. Und wir werden sicher auch hier viele schöne und interessante Ecken kennenlernen und uns gut erholen.
Leider geht auch Pilgern nicht, wir wollten ja mit einer Gruppe aus dem Pastoralen Raum auch nach Santiago de Compostella, das müssen wir verschieben.
Stewardessen bzw. Flugbegleiter*innen sind eine von der derzeitigen Krise stark betroffene Beschäftigtengruppe. Sie sind in Kurzarbeit und müssen um ihre Arbeitsplätze bangen. Sie brauchen Unterstützung, ohne Frage. Wie aber die Unterstützung für die Fluglinien auszusehen hat, darüber muss dringend diskutiert werden. Es kann nicht einfach wieder so weiter gehen wie bisher. Viele Flüge sind völlig überflüssig, der Anteil des Fliegens an der Luftverschmutzung muss reduziert werden. Jetzt ist die Chance für Veränderung, im Flugverkehr und in vielen anderen Bereichen ebenfalls. Einiges an Veränderungsbedarf ist vielen Menschen bewusst geworden in den letzten Wochen: Schutz der Umwelt, Gerechtigkeit, Schutz und Frieden für die Armen dieser Welt, gerechte Löhne gerade für die Menschen, die sich um andere kümmern, und gerechtere Arbeitsaufteilung zwischen Männern und Frauen, das sind ein paar Stichworte. Vieles war vorher schon klar, ist aber jetzt noch viel erfahrbarer und deutlicher geworden. Es braucht politische Veränderungen, Richtlinien und Maßnahmen und es braucht die Veränderung von uns vielen Einzelnen. Zumindest da haben wir Gestaltungsraum als Einzelne und als Gemeinden, nützen wir unsere Möglichkeiten!
Von Papst Franziskus gibt es ein Gebet anlässlich von 5 Jahren Enzyklika „Laudato si“, das solche Aspekte ins Gebet bringt:
Gemeinsames Gebet für die Erde und die Menschheit
Liebevoller Gott,
Schöpfer des Himmels, der Erde, Schöpfer von allem, was es gibt:
Öffne unseren Geist und berühre unsere Herzen,
damit wir Teil der Schöpfung sein können, die Du uns geschenkt hast.
Stehe den Bedürftigen in diesen schwierigen Tagen bei,
vor allem den Ärmsten und Verwundbarsten.
Hilf uns dabei, kreative Solidarität zu zeigen
beim Umgang mit den Folgen dieser globalen Pandemie.
Lass uns mutig die Veränderungen angehen,
die die Suche nach dem Gemeinwohl von uns verlangt.
So dass wir heute – mehr denn je – fühlen können,
dass wir miteinander verbunden und voneinander abhängig sind.
Lass uns den Schrei der Erde und der Armen hören
Lass uns den Schrei der Erde und der Armen
hören und darauf antworten.
Mögen die heutigen Leiden Geburtswehen sein,
Geburtswehen einer geschwisterlichen und nachhaltigeren Welt.
Darum bitten wir unter dem liebenden Blick Mariens, der Hilfe der Christen,
durch Christus, unsern Herrn.
Amen.
Monika Stanossek

 

Bitte, denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!
Vielen Dank!