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Harald Stuntebeck

von Harald Stuntebeck

 

Kirchentagebuch 22.05.2020

 

 

Über den Wolken
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man
Blieben darunter verborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein

Liebe Leserinnen und Leser des Kirchentagebuches,
dieser Text des Liedes von Reinhard Mey ist wohl den meisten bekannt. Viele werden sich an Lagerfeuergesang mit Gitarre oder andere Momente erinnern, in denen es gesungen wurde. Das geht mir auch. Das Lied drückt ein Gefühl von Leichtigkeit und Sehnsucht aus.
Einfach mal alles hinter sich liegen lassen,
dem Alltag entfliehen,
dem ganzen enthoben sein.

Im Himmelfahrtsgottesdienst , den wir in St. Pius ökumenisch gefeiert haben, hat mein evangelischer Kollege Tobias Völger darüber gepredigt. Und er hat über die Hintergründe gesprochen, die Reinhardt Mey beim Schreiben dieses Liedes bewegten.
Reinhardt Mey erwarb die Fluglizenz auf dem Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel. Er hatte in der Entstehungszeit des Liedes mit ernsthaften Ängsten und Sorgen in seinem eigenen Leben zu tun.
Zu gut kann man verstehen, dass dann die Sehnsucht nach einem einfachen Weg aus den „Ängsten und Sorgen“ attraktiv ist.
In der Realität hatte sich Reinhardt Mey diesen „Ängsten und Sorgen“ gestellt und hat sie überwunden. Und so ist das Lied am Ende kein Lied des einfachen Entfliehens sondern ein Lied, das Ängste und Sorgen im Leben ernst nimmt und dafür steht, dass sie überwunden werden können. Es ist ein Hoffnungslied, ein Lied das Mut macht und das Menschen, wenn sie es gemeinsam singe Mut und Freude macht.

Ich denke, auch die Himmelfahrtsgeschichte ist eine „Mut-mach-Geschichte“. Auch wenn dieser Jesus von Nazareth für unsere Augen nicht sichtbar ist, will er uns helfen, die „Ängste und Sorgen“ unseres Lebens zu bewältigen. Das ist eine Zusage, die Leichtigkeit, Mut und Hoffnung vermittelt,
und so könnte eine Zeile umgedichtet werden:

„Alle Ängste alle Sorgen blieben darunter verborgen,…. In
„Alle Ängste alle Sorgen blieben bei Dir geborgen,….

Vielleicht mögen Sie das Lied einmal unter diesem Aspekt hören, dann finden Sie es hier:
https://www.youtube.com/watch?v=0ICfNCLSnd4

Ihr/Euer

Harald Stuntebeck
Über den Wolken (Reinhard Mey)

Wind Nord/Ost Startbahn null drei
Bis hier hör' ich die Motoren
Wie ein Pfeil zieht sie vorbei
Und es dröhnt in meinen Ohren
Und der nasse Asphalt bebt
Wie ein Schleierstaub der Regen
Bis sie abhebt und sie schwebt
Der Sonne entgegen

Über den Wolken
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man
Blieben darunter verborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein

Ich seh' ihr noch lange nach
Seh' sie die Wolken erklimmen
Bis die Lichter nach und nach
Ganz im Regengrau verschwimmen
Meine Augen haben schon
Jenen winzigen Punkt verloren
Nur von fern klingt monoton
Das Summen der Motoren

Über den Wolken
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man
Blieben darunter verborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein

Dann ist alles still, ich geh'
Regen durchdringt meine Jacke
Irgend jemand kocht Kaffee
In der Luftaufsichtsbaracke
In den Pfützen schwimmt Benzin
Schillernd wie ein Regenbogen
Wolken spiegeln sich darin
Ich wär' gern' mitgeflogen

Über den Wolken
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man
Blieben darunter verborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein
Quelle: LyricFind
Songwriter: Reinhard Mey

 

Bitte, denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!
Vielen Dank!