Pfr Rolf Glaser 225x300Kirchentagebuch 16. Mai 2020
Derzeit läuft die Vorbereitung der stadtweiten Eröffnung Pfingstaktion von Renovabis am 23. Mai, um 18.oo Uhr in St. Hedwig auf Hochtouren. Nachdem das „Setting“ in Corona-Zeiten endlich klar ist, haben wir in aller Eile die Bewerbung vorangetrieben und schaffen die technischen Voraussetzungen dafür.
Dabei gehen meine Gedanken zu den Menschen und Ländern in Osteuropa, mit denen wir in Verbindung standen und stehen. Auch vor ihnen macht „Corona“ nicht halt, wenn auch die Dunkelziffer dort besonders hoch ist und uns nur spärliche Informationen erreichen. Sie alle sind Corona hilflos ausgesetzt. Und sie drohen uns über unsere eigenen Sorgen und Ängste aus dem Blick zu geraten.
Erschüttert habe ich die Bilder von Ärzten vor Augen, die sich in Russland aus Verzweiflung über die medizinische Lage dort aus dem Fenster stürzten.
Ich denke an die Straßenkinder, die in der Kanalisation von Kiew leben, der Stadt, die wir mit dem Hedwigsforum vor Jahren besuchten. Bischof Bohdan schrieb in seinem Ostergruß von dort an uns: „Unsere Sorgen und unsere Gebete sind insbesondere bei einfachen, älteren Menschen sowie bei zahlreichen Familien, deren Mitglieder im Ausland sind, weil diese Menschen insbesondere verletzbar sind und die Folgen der jetzigen Krise spüren werden.“ -
Ich denke an die Flüchtlinge im Lager in Ungarn, von denen der Europäische Gerichtshof sagt, dass sie unter „haftähnlichen Bedingungen“ leben müssen. Auch in Bosnien ist ihre Lage prekär. Die Friedensorganisation RAND, die dieses Jahr im Mittelpunkt unserer „Renovabisaktion“ steht, sagte schon 2018 zur Lage der Flüchtlinge auf dem Balkan: „Es gibt keine Flüchtlingskrise, nur unsere Menschlichkeit ist auf der Probe.“
Ich denke an die Roma - Familien in Schluckenau in Tschechien oder in der Diözese Leitmeritz in Nordböhmen oder auch in Rumänien, in ihren ärmlichen Behausungen, nur mit dem Notwendigsten ausgestattet. Von den behinderten Menschen in Rumänien, auch eine Risikogruppe, berichtete uns der Caritasdirektor der Diözese Alba Julia, Andras Marton, bei der Eröffnung der Pfingstaktion 2013.
„Selig sind, die Frieden stiften“, ist das diesjährige Leitwort von Renovabis. Frieden – Schalom! Schalom ist für die Bibel nicht nur Abwesenheit von Krieg und Gewalt. Schalom ist ein umfassender Zustand, der das Heil der Menschen an Leib und Seele, alle inneren und die äußeren Zustände, umfasst. Beten wir für den Schalom der Menschen in Osteuropa, setzen wir uns weiter für sie ein! Dann wird dieser „Schalom“ auch an uns zurückgegeben. Tun wir also, was heilsam ist, für die Menschen dort und hier.
Erinnern wir und helfen wir mit unserer Spende für Renovabis!
Ihr Pfarrer Rolf Glaser

 

Bitte, denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!
Vielen Dank!