Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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von Ruben Manger

 

 

Tag der christlichen Soziallehre

Diesen Namen könnte man problemlos dem heutigen Tag geben. Am 15. Mai 1891 wurde die Enzyklika „Rerum Novarum“ („Die neuen Dinge“) von Papst Leo XIII (1878 - 1903) veröffentlicht. Diese erste große Sozialenzyklika begründete die katholische Soziallehre. Die Bedeutung von „Rerum novarum“ zeigt sich auch daran, dass die folgenden Sozialenzykliken 1931, 1961, 1971, 1981 und 1991 immer rund um den 15. Mai veröffentlicht wurden.
In der Enzyklika beschäftigt sich Papst Leo XIII mit der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts und dem Konflikt der aufkommenden Wirtschaftssysteme des Sozialismus und des Kapitalismus. Keines der beiden Systeme – das zeigte sich bereits damals – funktioniert in seiner vollen Umfänglichkeit.
In Deutschland entwickelte sich zu dieser Zeit das Sozialsystem, das wir noch heute haben und das sich seitdem immer weiter entwickelt hat. Krankenkassen, Rentenkassen, Pflegeversicherung und noch vieles mehr hat sich seither entwickelt. Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung christliche Politiker und christliche Arbeiterbewegungen. Aus der Überzeugung heraus, dass eine Arbeit einen gerechten Lohn verdient, setzte man sich für die Arbeiter in den Fabriken ein.
Durch die Einführung der Sozialsysteme sind neue Berufe entstanden bzw. spielen sie inzwischen eine wichtigere Rolle. Pflegekräfte, Krankenschwestern und andere sind heute die „Arbeiter in den Fabriken“, so kann und muss man vielleicht Krankenhäuser und Altenheime bezeichnen, vor allem, weil sie in großen Teilen so geführt werden. Deswegen sind die Menschen gerade in den aktuellen Zeiten besonders herausgefordert. Ein System, das auf Profitmaximierung ausgelegt ist, wird immer den Menschen, der im Mittelpunkt stehen sollte, vernachlässigen.
Gerade als Christen sollten wir uns heute darum bemühen, den Menschen, die besonders herausgefordert sind zu unterstützen. Die christliche Caritas, die Nächstenliebe ist uns ins Stammbuch geschrieben. Im heutigen Evangelium heißt es dazu: „Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“ (Joh 15,12).
Vielleicht und hoffentlich ist eine der Lehren aus der aktuellen Krise, dass es wieder nötig ist, eine Arbeit mit einem gerechten Lohn vergolten werden muss. Setzen wir uns hierfür ein! Wir alle kennen Menschen, die in solchen Berufen arbeiten. Teilen wir ihnen unseren Dank und unsere Anerkennung mit.
In einem Gebet aus dem 14. Jhd. Heißt es:
Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.
Amen.

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Bitte, denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!
Vielen Dank!