Monika SjpgHeute ist der Gedenktag der heiligen Caterina von Siena (1347 – 1380). Eine Frau, die einen in ihrer Zeit sehr ungewöhnlichen Weg ging. Sie lehnte es ab zu heiraten, schnitt sich die Haare ab als sichtbares Zeichen, dass sie einem anderen gehört, Jesus Christus, ihrem Freund. Gegen den Willen ihrer Eltern erreichte sie es, dass sie dem Laienorden des Hl. Dominikus beitreten konnte. Sie lebte nicht in einem Kloster, sondern in einem kleinen Zimmer zu Hause. Als ihre Sendung entdeckte sie den Ärmsten und Schwächsten der Gesellschaft beizustehen. In einer Vision hörte sie Christus sagen: „Ich will dich doch nicht von mir wegschicken; im Gegenteil, die Liebe zu den Menschen wird dich noch fester an mich binden.“
Offensichtlich war die Mystikerin Caterina eine Frau mit viel Charme. „In ihrer Gegenwart“, so schreibt ihr erster Biograph, „fühlte man einen mächtigen Antrieb zum Guten und eine so unbändige Freude an Gott, dass jede Spur von Traurigkeit aus dem Herzen wich.“
Caterina lebte in einer schwierigen Zeit, mit vielen Auseinandersetzungen und Kämpfen. Sie mischte sich ein und wurde als Schiedsrichterin und Friedensstifterin geschätzt. Sehr viele Briefe hat sie geschrieben, an die Mächtigen ihrer Zeit, auch an den Papst, den sie aus dem Exil in Avignon zurückholen wollte. Ihre Worte waren sehr deutlich, sehr offen, oft in ihrer Klarheit schon unhöflich – sie wurden aber gelesen und ernst genommen und zeigten Wirkung.
Erst 33 Jahre war sie, als sie am 29. April 1380 starb.
UnbenanntMit Bedacht haben katholische Frauenverbände den Gedenktag dieser Heiligen ausgesucht um an ihm den Tag der Diakonin zu begehen, schon seit 1998. Die Forderung Frauen in der katholischen Kirche zu den Weiheämtern zuzulassen, gibt es noch viel länger. Bisher blieb sie ohne wirkliche Antwort durch die Leitung der Kirche. Verschiedene Arbeitsgruppen haben zum Thema Diakonat für Frauen gearbeitet und versuchten die Frage zu klären, ob es in der frühen Kirche ein Diakonat der Frau als Weiheamt gegeben habe. Zur Zeit arbeitet wieder eine Kommission, von Papst Franziskus eingesetzt, daran. Gleich welches Ergebnis sie für die Vergangenheit erarbeiten wird, in unsere Zeit kann es nicht mehr sein, dass Frauen der Zugang zu den Ämtern verwehrt ist!
Zum diesjährigen Tag der Diakonin schreiben die beiden Frauenverbände KDFB und kfd: „GERECHT“ – gerecht leben und handeln ist christlicher Auftrag und Anspruch zugleich. Doch wie gerecht geht es in unserer Kirche zu? Gemeinsam mit immer mehr Frauen und Männern fordern wir die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am sakramentalen Dienst des Diakonats. Denn nur eine Kirche, in der sich Gerechtigkeit verwirklicht, ist eine glaubwürdige Kirche.
Es braucht dringend Veränderung in unserer Kirche, ansonsten werden auch die Frauen, die sich jetzt noch in der Kirche einsetzen und kämpfen, die Kirche verlassen. Junge Frauen tun das schon zuhauf. Bischof Bätzing ist zuzustimmen, wenn er sagt, dass das Thema Frauen und Kirche das zentrale Thema unserer Zeit ist. Frauen als geweihte Diakoninnen wären ein erster Schritt hin zu einer vollen Teilhabe! In allem, was uns Frauen und manche Männer, enttäuscht und frustriert in unsere Kirche, ist die Hl. Caterina ein Mut machendes Vorbild, nicht aufzugeben, die Hoffnung auf Veränderung zu bewahren und im Einsatz für Gerechtigkeit nicht nachzulassen.
Monika Stanossek

 

Bitte, denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!
Vielen Dank!