Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Berufung
Was ist Ihre Berufung? Wohin hat Sie der Ruf Jesu geführt? „Komm, folge mir nach!“, diese Einladung ergeht an jede und jeden von uns. Wir alle haben unsere je eigene Berufung und diese gilt es im Lauf unseres Lebens zu entdecken und zu leben. Jesus ruft uns ihm nachzufolgen im eigenen Leben, in der Weise wie wir leben, in den beruflichen Zusammenhängen, in den unterschiedlichen Lebenssituationen.
Heute soll es um eine der vielen möglichen Berufungen gehen. Ich lese zur Zeit mit großem Interesse das Buch von Sr. Philippa Rath, Benediktinerin in St. Hildegard, Eibingen „Weil Gott es so will, Frauen erzählen von ihrer Berufung zur Diakonin und Priesterin“. Darin wird sehr deutlich, dass es zu eng gedacht ist, wenn Berufung zum Priester nur auf Männer bezogen wird. Letzteres ist ein Kirchengesetz, festgelegt in einer Gesellschaft, die männlich geprägt war. Durch diese Einschränkung geht der Kirche, der Gemeinschaft der Glaubenden so viel verloren!
Sr. Philippa: „Mein Ziel ist es dabei zunächst einmal, der „Männerkirche“, aber auch vielen Frauen, die das Thema „gleicher Zugang für alle zu Diensten und Ämtern der Kirche“ immer noch als “Machthunger aufmüpfiger Frauen“ diffamieren, vor Augen zu führen, welches Potential an Berufungen, an Geistkraft und an Charismen der Kirche und den Gläubigen über viele Jahrhunderte vorenthalten wurde und immer noch wird. Ich möchte zum Nachdenken anregen, ja, auch Erschütterung auslösen und ein Bewusstsein dafür erzeugen, wie überfällig eine Kursänderung und Erneuerung in dieser Frage ist.“
Kirche braucht Wandel, Veränderung, Erneuerung, keinesfalls nur in der Frage des Zugangs zu den Ämtern, sondern in ganz grundlegenden Fragen des Kirche-Seins in der Welt von heute. Aber diese Frage ist eben auch ein Teil davon und ohne eine Öffnung aller Ämter für Frauen bleibt die Kirche unglaubwürdig.
Was haben diese Fragen mit der Berufung jeder und jedem von uns zu tun? Nun, wir sind Teil der Kirche und gestalten sie mit, in unseren Taten und Worten, in der Weise, wie wir meinungsbildend agieren.
Und, es bleibt immer die Frage nach der eigenen Berufung. Im Evangelium dieses Sonntags sagt Jesus in den Abschiedsreden seinen Jünger*innen: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.“ Joh 15, 16
Das ist doch eine Perspektive! - Für uns selbst und unsere eigene Berufung und für das, was sich in der Gemeinschaft der Glaubenden entwickeln, verändern wandeln kann, soll und muss!

Monika Stanossek

Juraj Sabados

 

 

von Juraj Sabados

 

 

Mai – Marienmonat

Der Mai ist ein Frühlingsmonat und die Natur erwacht zum Leben. Die Kirche gedenkt in diesem Monat der Gottesmutter Maria, der Mutter Jesu – sie ist schließlich ein Inbegriff des wachsenden Lebens.

Maria steht den Menschen nahe. Versuchen wir besonders in diesem Monat unsere Anliegen im Gebet zu ihr bringen.

Licht im Dunkel

Maria, ich erzähle dir, was ich erlebt habe:

Schönes und Schweres,

Belangloses und Wichtiges,

helles und Dunkles.

Ich erzähle es dir.

Schwierigkeiten bleiben Schwierigkeiten.

Aber das Vertrauen auf dich gibt Ruhe.

Du sorgst für mich.

Das ist dann so, wie wenn jemand in einem

Dunklen Raum das Licht anknipst.

Manchmal ist es dunkel und einsam um mich,

und ich falle, weil ich weiß, dass es dunkel ist.

Du gibst mir Halt, denn du bist einfach da.

Du nimmst Anteil an dem, was mich bewegt.

Du wendest dich mir liebevoll zu.

Oft verdränge ich dich,

weil ich zu sehr mit mir beschäftigt bin,

weil ich das Sehen verlernt habe,

weil ich niemandem um Hilfe bitten möchte.

Es reicht, wenn ich an dich denke,

dann wird in meinem Inneren das Licht angeknipst,

dann erfüllt dein Strahlen die Nacht,

dann durchdringt deine Wärme die Kälte,

dann bekomme ich neue Energie,

dann geht glauben fast wie von alleine,

dann bekommt Gott in meinem Herzen wieder Raum.

(von Birgit Maier, Schönstatt-Bewegung)

 

Verena Nitzling

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,
haben Sie einmal gezählt, wie oft am Tag das Wort „Corona“ fällt? Im Radio, im Fernsehen, in Gesprächen am Telefon, draußen beim Spazierengehen hören wir davon, in der Zeitung, im Internet lesen wir davon. Und die Mund-und Nasenschutzmaske, der Abstand, das Hände waschen, der ggf. Impftermin erinnern uns zusätzlich an dieses Virus.
Und mal ganz ehrlich? Wie reagieren Sie persönlich, wenn Sie das Wort „CORONA“ hören?
Genervt, frustriert, „Mütend“, überfordert, hilflos, unsicher, ängstlich, einsam, dankbar …

Die Situation rund um Corona hat sich niemand von uns ausgesucht – wir alle müssen lernen, dies anzunehmen und in unser Leben, in unseren Alltag zu integrieren.
Ja, das ist nicht einfach und dennoch notwendig, um daran nicht zu zerbrechen.
Und jede/r von uns hat damit ein eigenes Päckchen zu tragen, welches seine Stärken und Schwächen hat: Familien, Kinder und Jugendliche, Singles, Paare, ältere Menschen, …
Und wünschen wir uns nicht immer genau das, was wir gerade nicht haben?
Das Leben ist jedoch kein Wunschkonzert. Wir wachsen und reifen an den Herausforderungen des Lebens.
Und besteht nicht auch die Chance darin, die Aufmerksamkeit auch auf das Neue, das Gute darin zu lenken?
In Einzelgesprächen unterschiedlichen Alters höre ich immer auch wieder von den besonderen Momenten: Zeit, gemeinsam zu Mittag zu essen, Zeit, gemeinsam raus in die Natur zu gehen, Zeit, miteinander zu sprechen, …
Zeit – wir sollten uns diese Zeit nehmen und die schönen Momente als Ressourcen für unseren Alltag erkennen und daraus Kraft schöpfen für das, was durch Corona schwer für uns geworden ist.
Corona führt in meinem Arbeitsalltag zu viel Veränderung und Kreativität. Chancen, für die wir vermutlich noch Jahre, Jahrzehnte in der Kirche gebraucht hätten.
Ich möchte Sie zu einem Perspektivwechsel ermutigen.
Ich bin der Meinung, das jammern, klagen ihre Berechtigung haben dürfen, jedoch nicht ausschließlich unser derzeitiges Leben bestimmen sollten.
Was hat sich durch Corona in Ihrem Alltag, Ihrem Leben verändert. Beide Seiten gehören dazu und möchten angeschaut werden. Lenken Sie den Blick gerne auch auf das Gute, …
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Woche.


Bleiben Sie gesund. Herzliche Grüße aus Nied, Ihre Verena Nitzling

 

Thomas Schmidt

Negativitätsverzerrung

Negativ ist zur Zeit positiv. „Bleiben Sie negativ und denken Sie positiv!“ – ist ein schöner Ratschlag, den wir uns in diesen Zeiten wirklich zu Herzen nehmen können.

Aber das ist leichter gesagt als getan. Und zwar wegen der „Negativitätsverzerrung“!? Dieser Begriff lief mir letztens über den Weg und hat mich interessiert.

Was bedeutet er? „Negative Emotionen wie Enttäuschung und Angst haben einen größeren Einfluss auf uns und halten länger an als positive Emotionen. Wenn Sie jemand sind, der mehr Zeit damit verbringt, über störende oder trostlose Ereignisse in Ihrem Leben nachzudenken, als über erhebende Ereignisse, dann wissen Sie, dass Sie nicht allein sind – dies wird als Negativitätsverzerrung bezeichnet und betrifft die meisten Menschen.“ (Doktorstuben.de)

Woher kommt das? Die meisten Forscher*innen glauben, dass das ein Ergebnis der Evolution ist. Diese Haltung hat unseren Vorfahren zum Überleben geholfen. Aus den Gefahren mussten sie mehr als wir lernen, wie sie zu vermeiden oder zu überwinden sind, um nicht unterzugehen. Deshalb beschäftigten sie die negativen Erfahrungen mehr als die positiven. Und wir haben das geerbt. (vgl. Doktorstuben.de)

Nun sind die Zeiten heute aber andere. Und wir haben ja gerade Ostern gefeiert. Die Überwindung des Todes durch das Leben. Die Negativität hat nicht das letzte Wort. Kann uns unser Glaube helfen, diese uralte Tendenz in uns zu überwinden - wenigsten immer wieder mal - , um mit Vertrauen und Zuversicht ins Leben zu schauen?

An Ostern habe ich vor dem Hintergrund des Misereor Hungertuchs Auferstehung als ein Ereignis bezeichnet, das goldene Fäden in unser Leben hinein webt. Goldene Fäden, gute Erfahrungen, die gelten und uns tragen und eine Perspektive geben gerade auch in den schwarzen Tagen, die uns Kraft und Lebensenergie kosten.

Bis Pfingsten sind wir noch in der Osterzeit. Wir haben noch ein paar Wochen Zeit, diese goldenen Fäden in unserem Leben zu entdecken und auf uns wirken zu lassen, so vielleicht die Negativitätsverzerrung zu überwinden und dem Leben zu trauen. So wird Auferstehung dann auch für uns selbst zu einer lebendigen Erfahrung.

Thomas Schmidt

Pfarrer GlaserDer 2. Sonntag der Osterzeit ist alljährlich der Auftritt des „ungläubigen Thomas“. Eine zeitgemäß-unzeitgemäße Erscheinung!

Wir ungläubigen Thomasse! Viele von uns können kaum noch glauben, dass die heilige römische Kirche eine österliche Kirche ist. Dass sie eine Kirche ist, die - geprägt vom Auferstandenen - veränderungswillig, veränderungsbereit und veränderungsfähig ist!

Dem synodalen Prozess in unserm Land scheint der Wind aus den Segeln genommen!

Die Segnung von Paaren, die das Sakrament der Ehe nicht empfangen können, von Rom mit schwachen Argumenten abgelehnt! Die vermeintlichen Gralshüter des „göttlichen Rechts“ haben wieder einmal ihre Positionen behauptet: „Roma locuta – causa finita“ („Rom hat gesprochen, die Sache ist erledigt“)!

Die Initiatorinnen von Maria 2.0 aus der Kirche ausgetreten! Sie glauben nicht mehr daran, dass die Kirche die Weiheämter für Frauen öffnet. Und sie geben sich nicht damit zufrieden, dass die Kirche ein paar Dezernentinnen-Posten für Frauen bereitstellt (immerhin!).

Die ökumenische Gastfreundschaft? Von Rom abgelehnt! Begründung: zu viele Fragen offen! Wie lange eigentlich schon und wie lange noch? Was tut Rom dafür, dass offene Fragen endlich eine Antwort finden? Zugegeben, es kann und muss sie nicht alleine finden! Aber wo sind die römische initiativen?  

Der quälend lange Prozess der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals!

Da ist wenig von österlichem Aufbruch zu spüren!

Da sind viele von uns wie Thomas: „Bevor wir keine Veränderung sehen, glauben wir nicht!“ Wer kann das verdenken? Da wäre es schon schön, wenn einer hereinkäme, wie Jesus damals, der zu Thomas sagt: „Streck deine Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ Kleine, aber glaubwürdige Zeichen für eine bewegliche, österlich bewegte Kirche, sie wären so wichtig!

Ein (vielleicht für manche schwacher) Trost: Wir müssen nicht an die Kirche glauben! Das fordert auch nicht das Glaubensbekenntnis. Wir müssen nur glauben, dass es so etwas wie Kirche geben kann und geben muss, mit all ihren Grenzen und Schwächen.

Da halte ich es mit Heinrich Böll: „Unter Christen ist Barmherzigkeit wenigstens möglich, und hin und wieder gibt es sie: Christen; und wo einer auftritt, gerät die Welt in Erstaunen. 800 Millionen Menschen auf dieser Welt haben die Möglichkeit, die Welt in Erstaunen zu setzen. Vielleicht machen einige von dieser Möglichkeit Gebrauch. Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache und mehr noch als Raum gab es für sie: Liebe für die, die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen. […] Ich glaube an Christus, und ich glaube, dass 800 Millionen Christen auf dieser Erde das Antlitz dieser Erde verändern könnten. Und ich empfehle es der Nachdenklichkeit und Vorstellungskraft der Zeitgenossen, sich eine Welt vorzustellen, auf der es Christus nicht gegeben hätte. Ich glaube, dass eine Welt ohne Christus selbst die Atheisten zu Adventisten machen würde.“

Die Kirche ist nicht der Grund unseres Osterglaubens! Der Grund ist der, der ganz unvermutet durch die Türe kommt und uns zeigt, dass er lebt. Und er gibt auch heute Zeichen! In vielen Christinnen und Christen, die überall auf der Welt, auch vor unserer Haustüre, Zeugnis von ihrer österlichen Hoffnung ablegen. Sie sind Kirche! Österliche Kirche! Die verfasste Kirche sollte darauf achten, dass sie ihnen genug Raum bietet - und Luft zum Atmen lässt! Mein Trost dabei: Der Auferstandene lässt sich nicht ausschließen – von nichts und niemand!

Rolf Glaser