Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Juraj Sabados

 

Von Juraj Sabados

 

 

 

 

 

Vertrauen, das uns trägt

Ich möchte etwas Gutes tun, ich möchte etwas erreichen, ich möchte Angst in mir bewältigen, ich möchte Gott in meinem Leben spüren…

Es gibt viele Wünsche in uns, die nicht immer in Erfüllung gehen. Wir möchten etwas erreichen, etwas besitzen, etwas haben, was fehlt…

Wie sollen wir aber mit unseren Sehnsüchten klar kommen? Wie mit ihnen umgehen?

Vielleicht kann uns diese Geschichte helfen:

Ein junger Jude kam zu seinem Rabbi und sagte: „Ich möchte gerne zu dir kommen und dein Jünger werden.“ Da antwortete der Rabbi: „Gut, das kannst du, ich habe aber eine Bedingung. Du musst mir eine Frage beantworten: „Liebst du Gott?“

Da wurde der Schüler traurig und nachdenklich. Dann sagte er: „Eigentlich, lieben, das kann ich nicht behaupten.“

Der Rabbi sagte freundlich: „Gut, wenn du Gott nicht liebst, hast du Sehnsucht, ihn zu lieben?“

Der Schüler überlegte eine Weile und erklärte dann: „Manchmal spüre ich die Sehnsucht sehr deutlich, aber meistens habe ich so viel zu tun, dass diese Sehnsucht im Alltag untergeht.“

Da zögerte der Rabbi und sagte dann: „Wenn du die Sehnsucht, Gott zu lieben, nicht so deutlich verspürst, hast du dann Sehnsucht, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben?“

Da hellte sich das Gesicht des Schülers auf und er sagte: „Genau das habe ich. Ich sehne mich danach, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben.“

Der Rabi entgegnete: „Das genügt. Du bist auf dem Weg.“

(Der Rabbi und der Schüler: Auf all unsren Wegen. Worte die begleiten)

Wie sollen wir mit unseren Wünschen und Sehnsüchten klar kommen, besonders wenn sie nicht schnell in Erfüllung gehen? Vielleicht können wir damit anfangen sie wahrzunehmen. Und uns auch darüber freuen, dass wir noch Wünsche, Ziele und Sehnsüchte haben. Vor allem gilt das für die Sehnsucht nach Gott. Durch diese Sehnsucht sind wir Gott schon begegnet.

Und noch etwas:

Am 22.10. ist der Gedenktag des Hl. Papstes Johannes Paul II. Er war ein Papst, der seinen Dienst mit den Worten Jesu angefangen hat: "Habt keine Angst!" 

Gerade heute in Zeiten von Corona, wo viele in ihren Ängsten leben, sollten wir uns von der mutmachenden Lebensweise dieses großen Heiligen Papstes Johannes Paul II. anstecken lassen.

Wir müssen Abstand halten. Momentan ist Kontakt nur distanziert möglich. Aber eines ist trotz allem immer möglich - auch jetzt: dass wir uns ganz und gar auf Christus verlassen. Immer und überall.

Vertrauen, das uns trägt

Am letzten Sonntag, dem Erntedankfest, wurde die Messe in der Limburger Bischofskapelle, wie seit Corona üblich ist, wieder im Livestream im Internet übertragen.

Die Predigt von Domkapitular und Bischofsvikar Christof May geht seit dem viral. Es ist absolut lohnend, sie sich anzuhören und zu bedenken. Deshalb als WochenWort hier der Link oder einfach das Bild anklicken Ab Minute 17 beginnt die Predigt:

May

Eine schön Woche wünsche ich Ihnen

Ralf Albensoeder

 

Verena Nitzling

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Herbst ist da – die Jahreszeit zwischen Sommer und Winter, Zeit der Ernte und des Blätterfalls. Ende Oktober wird die Uhr umgestellt. Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Die Blätter am Baum verfärben sich, ein kühler, frischer Wind geht, bunte Blätter liegen am Boden, Kastanien und Nüsse können gesammelt und Drachen können steigen gelassen werden. Die letzten Sonnenstrahlen laden zum Genießen ein. Der Herbst lädt zum Spaziergang ein. Aufmerksam und wachsam sind wir eingeladen, durch die Natur zu gehen. Zeit, um die Schönheit der Natur zu bewundern. Die bunten Blätter erzählen von der Vielfalt des Lebens und von der Vergänglichkeit.

Dieses oder auch nächstes Wochenende feiern wir das Erntedankfest. Es ist ein Fest für alle Sinne, bunt, leuchtend, duftend, üppig, schmackhaft…

Es ist Zeit, Gott zu danken für all die Ernte. Für all das, was im Laufe des Jahres in unserem Garten, auf dem eigenen Balkon oder auch auf den Äckern gewachsen und gereift ist, aber auch für all unsere Fähigkeiten und Talente, die Gott in uns hineingelegt hat.

Nehmen Sie sich die Zeit und beten Sie in Ruhe Psalm 104.

Preise den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, überaus groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet. Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel, du spannst den Himmel aus gleich einem Zelt. Du verankerst die Balken deiner Wohnung im Wasser. Du nimmst dir die Wolken zum Wagen, du fährst einher auf den Flügeln des Windes. Du machst die Winde zu deinen Boten, zu deinen Dienern Feuer und Flamme. Du hast die Erde auf Pfeiler gegründet, in alle Ewigkeit wird sie nicht wanken. Einst hat die Urflut sie bedeckt wie ein Kleid, die Wasser standen über den Bergen. Sie wichen vor deinem Drohen zurück, sie flohen vor der Stimme deines Donners. Sie stiegen die Berge hinauf, sie flossen hinab in die Täler an den Ort, den du für sie bestimmt hast. Eine Grenze hast du gesetzt, die dürfen sie nicht überschreiten, nie wieder sollen sie die Erde bedecken. Du lässt Quellen sprudeln in Bäche, sie eilen zwischen den Bergen dahin. Sie tränken alle Tiere des Feldes, die Wildesel stillen ihren Durst. Darüber wohnen die Vögel des Himmels, aus den Zweigen erklingt ihr Gesang. Du tränkst die Berge aus deinen Kammern, von der Frucht deiner Werke wird die Erde satt. Du lässt Gras wachsen für das Vieh und Pflanzen für den Ackerbau des Menschen, damit er Brot gewinnt von der Erde und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, damit er das Angesicht erglänzen lässt mit Öl und Brot das Herz des Menschen stärkt. Die Bäume des HERRN trinken sich satt, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat, dort bauen die Vögel ihr Nest, auf den Zypressen nistet der Storch. Die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht. Du machst den Mond zum Maß für die Zeiten, die Sonne weiß, wann sie untergeht. Du sendest Finsternis und es wird Nacht, dann regen sich alle Tiere des Waldes. Die jungen Löwen brüllen nach Beute, sie verlangen von Gott ihre Nahrung. Strahlt die Sonne dann auf, so schleichen sie heim und lagern sich in ihren Verstecken. Nun geht der Mensch hinaus an sein Tagwerk, an seine Arbeit bis zum Abend. Wie zahlreich sind deine Werke, HERR, sie alle hast du mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen. Da ist das Meer, so groß und weit, darin ein Gewimmel, nicht zu zählen: kleine und große Tiere. Dort ziehen die Schiffe dahin, der Levíatan, den du geformt, um mit ihm zu spielen. Auf dich warten sie alle, dass du ihnen ihre Speise gibst zur rechten Zeit. Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein, öffnest du deine Hand, werden sie gesättigt mit Gutem. Verbirgst du dein Angesicht, sind sie verstört, nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurück zum Staub. Du sendest deinen Geist aus: Sie werden erschaffen und du erneuerst das Angesicht der Erde. Die Herrlichkeit des HERRN währe ewig, der HERR freue sich seiner Werke. Er blickt herab auf die Erde und sie erbebt, er rührt die Berge an und sie rauchen. Ich will dem HERRN singen in meinem Leben, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin. Möge ihm mein Dichten gefallen. Ich will mich freuen am HERRN. Die Sünder sollen von der Erde verschwinden und Frevler sollen nicht mehr da sein. Preise den HERRN, meine Seele! Halleluja!

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche und einen guten Start in den Herbst,

Ihre Verena Nitzling

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von Monika Stanossek

 

 

 

 

Erntedank

An diesem Wochenende sind unsere Kirchen mit Früchten aus den Gärten und von den Feldern geschmückt, wir feiern das Erntedankfest. Die Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Gemüse, Kürbisse und anderes mehr, was unsere Kirchen schmückt, machen uns bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, all das genießen zu dürfen. Wir danken dafür!

Der Dank schließt die ein, die weltweit dafür arbeiten, dass wir so viel zur Verfügung haben. Im Danken erkennen wir den Wert dessen, wofür wir danken. Und die Menschen kommen in den Blick für die das alles nicht zur Verfügung haben, denen die Früchte der Natur, die Lebens-Mittel und Lebensgrundlagen vorenthalten werden. Die Zahl der Hungernden weltweit steigt dramatisch, gerade durch die Corona-Pandemie. So könnte der Dank für das Gute im eigenen Leben dazu führen, sich einzusetzen, dass Menschen überall auf der Welt die Voraussetzungen für ein Leben in Würde haben: Land, Zugang zu Wasser, Arbeitsmöglichkeiten, Bildung, Freiheit, gerechte Verteilung der Güter, Teilhabe am öffentlichen Leben, gleiche Rechte für Frauen und Männer …    

Wenn wir Gott für die Gaben danken, bekennen wir damit, dass wir letztlich ihm unser Leben mit allem, was es mit sich bringt und ausmacht verdanken. Unser Leben und das Beste in unserem Leben wie Freundschaft, Liebe, Zuwendung, die Erfahrung von Verzeihung, können wir nicht selbst machen, sondern wird uns geschenkt.

Der Hl. Franz von Assisi, dessen Festtag am heutigen Sonntag, dem 4. Oktober ist, hat in seinem Sonnengesang Worte für Lob und Dank des Menschen an Gott gefunden. „Gelobt seist du, mein Herr …“, so beginnt jede Strophe des Liedes und benennt dann sehr konkret den Anlass des Lobes. (Gotteslob 19,2) Vielleicht ein Gebet für den heutigen Tag auch für Sie?

Pfr Rolf Glaser 225x300

 

 

von Rolf Glaser, Pfarrer

 

 

Der europäische Kuss - Ein Todeskuss?

Verstörend sind die Bilder und Nachrichten aus dem Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. Der Brand hat die untragbaren Zustände dort noch verschärft. Schon vor dem Brand hat Entwicklungsminister Müller gegenüber der Tagesschau geäußert: „“Das ist kein Flüchtlingscamp, das ist ein Gefängnis. Flüchtlinge werden eingepfercht wie Verbrecher". Nun geht er in den Ruhestand. Ob das wirklich nur dem Alter geschuldet ist? Er wollte 2000 Flüchtlinge aus dem Camp in Deutschland aufnehmen. Zahlreiche Kommunen wären dazu bereit. Auf der Linie seiner bayrischen CSU und von Innenminister Seehofer lag er mit besagter Äußerung jedenfalls nicht. Nur eine symbolische Zahl ist Deutschland bisher bereit aufzunehmen. Fraglich ist dabei, ob diese aus Lesbos kommen oder ob Griechenland seine Flüchtlinge auf dem Festland in aufnahmebereite Länder weiterreichen will. Verstörend sind die Reaktionen oder besser Nichtreaktionen der europäischen Politik. Europa und seine Mitgliedstaaten schieben die Verantwortung hin und her. Man will keine Anreize dafür schaffen, dass neue Flüchtlinge den Weg nach Europa suchen. Deshalb werden die 13.000 Menschen auf Lesbos in Geiselhaft genommen und leben weiter unter menschenunwürdigen Zuständen.

In diesem Jahr feiern wir den 250. Geburtstag des Vaters der Europahymne, Ludwig von Beethoven. In Berlin wurde seine 9. Symphonie in beeindruckender Weise aufgeführt. „Diesen Kuss der ganzen Welt!“ heißt es in der „Ode an die Freude“, dem Finale der Symphonie, mit dem Text von Friedrich Schiller. Was ist das für ein Kuss, den Europa der Menschheit, den Menschen in Moria, zu geben bereit ist?

Es darf kein „Todeskuss“ sein! Wenn Europa als „Europa der Werte und der Menschenrechte“ versagt, dann ist das ein Todeskuss, nicht nur für viele Menschen, sondern, davon bin ich fest überzeugt, für Europa selbst. Seine Flüchtlingspolitik ist dafür die Nagelprobe. Ein Europa, das seine Werte verrät, wäre nicht zukunftsfähig. Setzen wir uns dafür ein, dass der Kuss, den Europa der Welt zu geben bereit ist, ein Kuss der Beherztheit und der Solidarität ist!

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat einen Aufruf gestartet. „Kein Weihnachten in Moria“. Sie finden ihn im Internetauftritt des Hedwigsforum und der Gemeinden Mariae Himmelfahrt und St. Markus. Es geht darum, einen Brief an die Bundestagsabgeordneten in Hessen zu schreiben, dass sie sich dafür einsetzen, dass die Flüchtlinge von Moria nicht auch das Weihnachtsfest unter menschenunwürdigen Bedingungen begehen müssen. Machen Sie mit! Werden Sie Teil der Bewegung! Schreiben Sie Ihren Abgeordneten!

»Weihnachten ist kalendarisch am 24./25. Dezember.
Das wirkliche Weihnachten ist in diesen Zeiten dann, wenn Flüchtlinge gerettet werden.
Das wirkliche Weihnachten ist dann, wenn Flüchtlingskinder wieder sprechen, spielen und essen.
Das wirkliche Weihnachten ist dann, wenn ›Der Retter‹ wirklich kommt – und er nicht nur im Weihnachtslied besungen wird.«

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, 22. 12. 2019