Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Verena NitzlingLiebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie gestern auch die wärmenden Sonnenstrahlen und den blauen Himmel genossen?
Da kommt beim Aufwachen früh morgens doch gleich Freude auf, oder?
Ich hoffe, Sie sind am Aschermittwoch gut in die Fastenzeit gestartet.
In den letzten Tagen, Wochen und Monaten habe ich viele Gespräche vor allem mit Familien geführt, die während der Zeit des Lockdowns an und über ihrer Grenze den täglichen Alltag bewältigen.
Einige von ihnen umtreiben neben dem täglichen Wahnsinn der Organisation von Home-Office, Home - Schooling, Home-Kindergarten auch existentielle Ängste und Sorgen, finanzielle Nöte, Sorge um den Arbeitsplatz oder sogar den Verlust dessen.
Da steht das Klagen berechtigterweise an erster Stelle.
Dennoch möchte ich Ihnen heute einen Perspektivwechsel ermöglichen – die Sonnenstrahlen und die damit verbundene Freude, jedenfalls in mir – setzen ein Zeichen gegen die Dunkelheit, den Frust und die Unsicherheit des Lockdowns.
In der Fastenzeit bereiten wir uns auf Ostern vor – das Fest der Freude, Hoffnung und des Lebens.
Das Bistum Limburg hat in dieser Fastenzeit eine Aktion ins Leben gerufen, die den Titel „good-news“ trägt. Unter www.good-news.bistumlimburg.de werden hoffnungsvolle, schöne und wunderbare Nachrichten aus dem Leben gesammelt.
Gerne möchte ich Sie dazu ermutigen und einladen, sich mit Ihrer ganz persönlichen hoffnungsvollen, freudigen, wunderbaren Nachricht an der Aktion zu beteiligen.
Klicken Sie einfach auf den Link und teilen Sie dort mit den Menschen Ihre schöne, freudige Nachricht.
Und wenn Sie das Gefühl haben, dass die Klage und die Not dem derzeit im Weg stehen, möchte ich Ihnen gerne https://klageraum.online/ vorstellen. Ein Ort, an dem alle kleinen und großen Nöte dieser Zeit ihren Platz und ihre Aufmerksamkeit finden – auch im Lockdown, auch in der Quarantäne und in der Isolation ist dieser Klageraum erreichbar.
Das Angebot ist als spirituelles Angebot zu verstehen, das Menschen Raum geben soll, sich und das, was sie bewegt, auszudrücken.
Klagen schafft Beziehung. Denn Klagen heißt: aussprechen, damit jemand hört!
Gemeinsam klagen schafft Solidarität. Denn gemeinsam klagen lässt spüren: Ich bin mit meiner Not nicht allein!
Klage ist Hoffnung!
Aus der Klage heraus kann ich dann die Hoffnung spüren, dass das Leben, auch im Lockdown viele schöne, freudige, wunderbare Augenblicke für mich bereithält

In diesem Sinne wünsche Ihnen von Herzen eine gesegnete Fastenzeit.
Bleiben Sie gesund und von Gott behütet,
Ihre Verena Nitzling

Pfarrer GlaserMan gönnt sich ja sonst nichts!

Am 17. Februar ist Aschermittwoch! Fastenzeit ist angesagt! Fasten! Verzichten! 7 Wochen lang!

Was, könnte manch eine Person denken, jetzt sollen wir noch mehr verzichten? Wir verzichten doch schon seit einem Jahr und wieder verschärft seit November: Verzicht auf Urlaub, Verzicht auf Besuche, Verzicht auf größere Feste, Verzicht auf Festivals und Konzerte, auf Kino, auf einen Besuch im Stadion, auf ein gepflegtes Bier oder einen duftenden Kaffee unter Freund*innen und nicht zu vergessen, auf einen Termin beim Friseur! Was sollen wir da jetzt noch weiter verzichten? Lasst uns die angenehmen Seiten des Lebens pflegen! Man gönnt sich ja sonst nichts!

Aber warum nimmt eine große Mehrheit der Bevölkerung solche Verzichte bereitwillig auf sich, auch wenn‘s schwerfällt? Damit es besser werden kann! Damit die Inzidenzwerte, die Reproduktionszahl, die Zahl der Corona-Toten sinken und wir zu einem unbeschwerten Leben zurückkehren oder ein solches neu gestalten können! Das Ziel gibt die Richtung vor.

Darum geht es auch in der Fastenzeit: Es soll besser werden. „Fastenzeit“ ist vielleicht für das, worum es geht, nicht das beste Wort. In Brasilien heißt diese Zeit „campanha de fraternidade” (frei übersetzt: “Kampagne der Geschwisterlichkeit”). Es geht um ein neues Verhältnis der Menschen untereinander. Und es geht, in den letzten Jahrzehnten verstärkt, um ein neues Verhältnis zur Schöpfung – damit es besser wird. “Es geht anders” heißt deshalb die diesjährige Fastenaktion von Misereor, womit das Hilfswerk an frühere Kampagnen anknüpft. Längst ist klar, das Eine-Welt-Arbeit und Bewahrung der Schöpfung ineinander greifen (müssen).

Unter dem Motto “man gönnt sich ja sonst nichts” hat das Netzwerk-Eine-Welt der Stadtkirche Frankfurt eine 10 Punkte-Challenge entwickelt, untestützt und ergänzt durch Vorschläge der Abteilung Weltkirche, die es uns als Einzelne oder in Gruppen (Pfarreien) erlaubt, hier unsere eigenen Akzente zu setzen, Akzente, die leicht umzusetzen sind! Akzente, mit denen wir eine win-win-Situation herstellen. Wir tun etwas für die anderen, für die Umwelt und gleichzeitig etwas für uns! Damit’s besser wird! 10 Punkte werden da genannt, auf die sich Einzelne selbst verpflichten können, z.B. mehr Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad machen und so durch Bewegung etwas für die eigene Gesundheit und zugleich für die Umwelt tun. Sie finden diese 10 Punkte im Anhang! Machen Sie mit! Suchen Sie Ihre Punkte, bei denen Sie einsteigen wollen! “Man gönnt sich ja sonst nichts!” Gönnen wir uns ein neues Miteinander in der einen Welt!

Eine gute Fastenzeit!

Ihr Pfarrer Rolf Glaser

 

Brief an die Pfarrgemeinden auf den Link klicken

Nachhaltig leben im Bistum Limburg – Challenge 2021

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von Ralf Albensoeder

 

 

 

I

 

Blasius 2In dieser Woche wird wieder in den Kirchen der Blasiussegen gespendet. Welch ein eindrucksvolles Geschehen, wenn mit den 2 gekreuzten Kerzen einem der Segen zugesprochen wird.

Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil.
Er segne dich auf die Fürsprache
des heiligen Blasius
durch Christus, unsern Herrn.

Machen wir uns nichts vor, der Blasiussegen ist keine Krankenversicherung (Als Kind habe ich oft genug Tage später meine Erkältung mit Halsschmerzen bekommen).

Aber es ist und bleibt Gottes Zusicherung, dass er bei mir ist in gesunden und in kranken Tagen und mein Heil will

Das bekomme ich zugesagt – und dann drehe ich mich um – irgendwie ist dieses Umdrehen der Ruf: „Und jetzt geh in Alltag mit dem Segen und sei Segen“. Heil nicht nur für mich!

Wie zum Segen werden?

Ein altes Gebet aus dem 14. Jahrhundert kann da uns auf die Spur führe;

Christus hat keine Hände,
nur unsere Hände,
um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße,
nur unsere Füße,
um Menschen auf
seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen,
nur unsere Lippen,
um Menschen von
ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe,
nur unsere Hilfe,
um Menschen an
seine Seite zu bringen.

Wochenwort 7.2.2021

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von Ruben Manger

 

 

Drei aktuelle Gedanken in 10 Versen

Das heutige Evangelium (Mk1,29-39) scheint auf den ersten Blick wieder eine der zahlreichen Heilungsgeschichten zu sein, die wir aus der Bibel und vor allem von Jesus kennen. Wer fällt uns da nicht alles ein; König Hiskia (2Kön 20,1-11), Tabita (Apg 9,36-42), der blinde Bartimäus (Mk 10,46-52) oder Lazarus (Joh 11,1-44).

Wenn man aber einen tieferen Blick auf die Geschichte erfährt man einiges über die Heilung hinaus.

Eine erste Erkenntnis ist, dass Simon (Petrus) eine Schwiegermutter hatte. Was bedeutet das? Nicht weniger, als das einer der engsten Vertrauten Jesu und einer seiner wesentlichsten Nachfolger (Stuhl Petri) verheiratet war. Diese Stelle wird in der Diskussion um das Zölibat immer wieder angeführt und macht eine biblische Herkunft des Zölibats eher schwierig.

Eine vielleicht noch aktuellere Erkenntnis ist, dass Jesus – nachdem er Menschen heilt – in die Stille geht, um zu beten. Er will mit seinem Vater sprechen. Ein Dankgebet oder vielleicht auch die Frage an ihn, warum es so viel Leid in der Welt gibt. Jesus geht in die Einsamkeit, um sich zu erholen. Nicht etwa, weil er es nötig hätte, sondern um den Menschen, die ihm nachfolgen ein Vorbild zu sein. Wenn ihr eine große, wichtige Leistung hinter euch gebracht habt, könnt ihr Gott danken, dass er euch unterstützt hat. Und ihr dürft euch erholen. Diese Aussicht können wir zurzeit gut gebrauchen. Es wird eine Zeit kommen, in der wir uns erholen können von all den Strapazen, die wir gerade auf uns nehmen, um Menschen zu schützen, um gemeinsam durch diese Krise zu gelangen. Wir alle ersehen diese Erholung.

Eine dritte Erkenntnis ist: Jesus geht fort. Er will auch an anderen Orten Heilung bringen. Er geht zu den Menschen. Er ist kein Guru, zu dem die Menschen pilgern sollen, sondern er zeigt die Initiative des Anfangs. Er denkt nicht nur an die Menschen in seiner nächsten Umgebung sondern geht auch über die eigene Umgebung hinaus.

Auch hierin will er Vorbild sein. Wir sollen auf andere Menschen schauen, die nicht in unseren Straßen, Stadtteilen, Städten und Ländern wohnen. Auch wenn es schwerfällt, haben andere Menschen denselben Anspruch auf Heil- und Heilung. Nur weil wir das Land sind, aus dem einer der Impfstoffe kommt, ist dieser nicht nur für uns gedacht.

Wie Christus jeden Menschen erreichen will, soll auch der Impfstoff allen Menschen zu Verfügung stehen. Wir brauchen also noch ein wenig Geduld, bis wir wieder ein geregeltes Leben genießen können und lernen es vielleicht neu schätzen.

Auf jeden Fall können wir darauf vertrauen, dass Gott uns begleitet und Zuversicht schenkt.

Rolf Mueller portrait 2

von Rolf Müller

 

 

Den „Turn – around“ schaffen

Viele spüren es intuitiv: So wie vorher kann es nach der Corona – Krise eigentlich nicht weiter gehen. Ich hoffe sehr, dass viele Menschen, unsere Gesellschaft, unsere Kirche und auch ich selbst nach einer hoffentlich baldigen Bewältigung dieser Pandemie einen „Turn – around“ schaffen. Denn so sagt man das heute, wenn man Veränderungen meint.
Beispiele für einen nötigen „Turn – around“ fallen mir genügend ein. Wir selbst brauchen einen „Turn – around“ in unserem Umgang miteinander. Es war oft schön in den letzten Monaten zu bemerken, wie sich Menschen um andere gekümmert haben. Unsere Hilfsangebote der Gemeinde zum Einkaufen wurden zum Beispiel kaum in Anspruch genommen, weil sich sehr schnell aktive Nachbarschaften und gute Familien- und Freundesverbindungen gezeigt oder gebildet haben. Das hat gezeigt: Es ist viel möglich, wenn Hilfe tatsächlich gebraucht wird. Ich hoffe sehr, dass diese Achtsamkeit für den Nächsten bestehen bleiben wird!
Wir brauchen einen „Turn – around“ bei der Sorge um die Klimakatastrophe, die sich unübersehbar anbahnt, wenn wir unser Verhalten nicht nachhaltig ändern. Die Pandemie hat gezeigt, zu welchen Maßnahmen wir in Bezug auf unseren Lebensstil fähig sind, wenn es sein muss. Kann uns nicht auch Ähnliches für einen Lebensstil gelingen, der auch zukünftigen Generationen ein Leben in einer intakten Umwelt ermöglicht? Dasselbe trifft auch auf einen Lebensstil zu, der mehr Gerechtigkeit für die Menschen auf der ganzen Welt zum Inhalt hat. Wir müssen immer mehr darauf achten, wer die Verlierer unserer Art zu leben überall sind.
Einen „Turn – around“ braucht auch unsere Kirche dringend. Viel zu oft habe ich in den letzten Monaten gesehen, wo wir als Kirche nicht mehr systemrelevant für viele Menschen sind. Wir müssen (wieder) genau hinschauen, wie wir nahe bei den Menschen sein können, die uns brauchen. Genau das soll uns leiten wenn wir in diesen Tagen anfangen zu überlegen, wie wir unsere neue Großpfarrei gestalten können.
Ich weiß ganz genau: Jeder „Turn – around“ fängt bei mir selbst an. Im Sonntagsevangelium von heute fordert mich Jesus genau dazu auf: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1, 15). Es ist der Satz, der schon bald bei der Austeilung des Aschenkreuzes zu Beginn der „Umkehrzeit“ gesagt wird. Während dieser Zeit der Corona – Krise wird mir besonders klar, wie wichtig diese Aufforderung Jesu ist. Aber Jesus fordert nicht nur auf, er macht auch Mut: „Denn das Reich Gottes ist nahe“. Das heißt für mich: Gott ist nicht weit weg, seine Welt, in der es sich für alle zu leben lohnt, ist auch schon mit ersten kleinen Schritten zu erspüren. „Umkehr“ – das eigentliche Wort für „turn around“ – ist machbar und tut gut!