Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Wochenwort 7.2.2021

Manger Ruben kl 300x200

von Ruben Manger

 

 

Drei aktuelle Gedanken in 10 Versen

Das heutige Evangelium (Mk1,29-39) scheint auf den ersten Blick wieder eine der zahlreichen Heilungsgeschichten zu sein, die wir aus der Bibel und vor allem von Jesus kennen. Wer fällt uns da nicht alles ein; König Hiskia (2Kön 20,1-11), Tabita (Apg 9,36-42), der blinde Bartimäus (Mk 10,46-52) oder Lazarus (Joh 11,1-44).

Wenn man aber einen tieferen Blick auf die Geschichte erfährt man einiges über die Heilung hinaus.

Eine erste Erkenntnis ist, dass Simon (Petrus) eine Schwiegermutter hatte. Was bedeutet das? Nicht weniger, als das einer der engsten Vertrauten Jesu und einer seiner wesentlichsten Nachfolger (Stuhl Petri) verheiratet war. Diese Stelle wird in der Diskussion um das Zölibat immer wieder angeführt und macht eine biblische Herkunft des Zölibats eher schwierig.

Eine vielleicht noch aktuellere Erkenntnis ist, dass Jesus – nachdem er Menschen heilt – in die Stille geht, um zu beten. Er will mit seinem Vater sprechen. Ein Dankgebet oder vielleicht auch die Frage an ihn, warum es so viel Leid in der Welt gibt. Jesus geht in die Einsamkeit, um sich zu erholen. Nicht etwa, weil er es nötig hätte, sondern um den Menschen, die ihm nachfolgen ein Vorbild zu sein. Wenn ihr eine große, wichtige Leistung hinter euch gebracht habt, könnt ihr Gott danken, dass er euch unterstützt hat. Und ihr dürft euch erholen. Diese Aussicht können wir zurzeit gut gebrauchen. Es wird eine Zeit kommen, in der wir uns erholen können von all den Strapazen, die wir gerade auf uns nehmen, um Menschen zu schützen, um gemeinsam durch diese Krise zu gelangen. Wir alle ersehen diese Erholung.

Eine dritte Erkenntnis ist: Jesus geht fort. Er will auch an anderen Orten Heilung bringen. Er geht zu den Menschen. Er ist kein Guru, zu dem die Menschen pilgern sollen, sondern er zeigt die Initiative des Anfangs. Er denkt nicht nur an die Menschen in seiner nächsten Umgebung sondern geht auch über die eigene Umgebung hinaus.

Auch hierin will er Vorbild sein. Wir sollen auf andere Menschen schauen, die nicht in unseren Straßen, Stadtteilen, Städten und Ländern wohnen. Auch wenn es schwerfällt, haben andere Menschen denselben Anspruch auf Heil- und Heilung. Nur weil wir das Land sind, aus dem einer der Impfstoffe kommt, ist dieser nicht nur für uns gedacht.

Wie Christus jeden Menschen erreichen will, soll auch der Impfstoff allen Menschen zu Verfügung stehen. Wir brauchen also noch ein wenig Geduld, bis wir wieder ein geregeltes Leben genießen können und lernen es vielleicht neu schätzen.

Auf jeden Fall können wir darauf vertrauen, dass Gott uns begleitet und Zuversicht schenkt.