Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Stefan Hofer

 

 

 

 

 

Diese Woche gab es einen außergewöhnlichen Todesfall. In den USA wurde ein Mörder ermordet. Und das, obwohl die Angehörigen der Opfer dagegen waren. Gleichzeitig kam die Meldung, dass mehrere andere Staaten die Todesstrafe nicht mehr vollstrecken, wie schon seit dem Ende des zweiten Weltkrieges auch bei uns oder überhaupt in der EU. Denn auch der Staat soll nicht morden, vor allem, wenn er sich christlichen Werten verpflichtet sieht. Das sagt auch die katholische Lehre und mit ihr Papst Franziskus.
Lange Zeit war das Christentum eine Untergrundreligion. Vor allem im römischen Reich wurden die AnhängerInnen verfolgt, gefoltert und getötet. Kurz nach 300 wurde Armenien der erste christliche Staat und danach auch das römische Reich. Das staatliche Christentum verfolgte nun auch seine Gegner. So auch Bischof Priscillian von Avila. Er war der erste „Häretiker“ des Christentums, der wegen Ketzerei hingerichtet wurde. Schriften Priscillians wurden verbrannt trotz Protesten des heiligen Martins, dem damaligen Bischof von Tours. Priscillian verkündete, dass die Kirche durch den Heiligen Geist erneuert werden sollte, denn Jesus hätte die Sklaverei abgeschafft und die Gleichstellung von Männern und Frauen geboten. Deshalb nahmen Priscillian und seine Anhänger Frauen gleichberechtigt in ihre Gemeinschaft auf. Das Studium der Heiligen Schrift war verbindlich. Diese „häretischen“ Gedanken haben sich erst in den letzten zwei Jahrhunderten im Christentum verbreitet, aber nicht überall durchgesetzt. Darüber streiten wir teilweise heute noch in der römisch-katholischen Kirche und auch in anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Glücklicherweise sind wir uns wenigstens einig, dass diese Art der Lehre nicht mehr durch den Tod bestraft wird.
Von Priscillan können wir lernen auf Jesus Christus zu schauen und seine Einstellungen gegenüber diskriminierten Gruppen ernst zu nehmen.
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche.

Stefan Hofer