Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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von Rolf Glaser, Pfarrer

 

 

Der europäische Kuss - Ein Todeskuss?

Verstörend sind die Bilder und Nachrichten aus dem Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. Der Brand hat die untragbaren Zustände dort noch verschärft. Schon vor dem Brand hat Entwicklungsminister Müller gegenüber der Tagesschau geäußert: „“Das ist kein Flüchtlingscamp, das ist ein Gefängnis. Flüchtlinge werden eingepfercht wie Verbrecher". Nun geht er in den Ruhestand. Ob das wirklich nur dem Alter geschuldet ist? Er wollte 2000 Flüchtlinge aus dem Camp in Deutschland aufnehmen. Zahlreiche Kommunen wären dazu bereit. Auf der Linie seiner bayrischen CSU und von Innenminister Seehofer lag er mit besagter Äußerung jedenfalls nicht. Nur eine symbolische Zahl ist Deutschland bisher bereit aufzunehmen. Fraglich ist dabei, ob diese aus Lesbos kommen oder ob Griechenland seine Flüchtlinge auf dem Festland in aufnahmebereite Länder weiterreichen will. Verstörend sind die Reaktionen oder besser Nichtreaktionen der europäischen Politik. Europa und seine Mitgliedstaaten schieben die Verantwortung hin und her. Man will keine Anreize dafür schaffen, dass neue Flüchtlinge den Weg nach Europa suchen. Deshalb werden die 13.000 Menschen auf Lesbos in Geiselhaft genommen und leben weiter unter menschenunwürdigen Zuständen.

In diesem Jahr feiern wir den 250. Geburtstag des Vaters der Europahymne, Ludwig von Beethoven. In Berlin wurde seine 9. Symphonie in beeindruckender Weise aufgeführt. „Diesen Kuss der ganzen Welt!“ heißt es in der „Ode an die Freude“, dem Finale der Symphonie, mit dem Text von Friedrich Schiller. Was ist das für ein Kuss, den Europa der Menschheit, den Menschen in Moria, zu geben bereit ist?

Es darf kein „Todeskuss“ sein! Wenn Europa als „Europa der Werte und der Menschenrechte“ versagt, dann ist das ein Todeskuss, nicht nur für viele Menschen, sondern, davon bin ich fest überzeugt, für Europa selbst. Seine Flüchtlingspolitik ist dafür die Nagelprobe. Ein Europa, das seine Werte verrät, wäre nicht zukunftsfähig. Setzen wir uns dafür ein, dass der Kuss, den Europa der Welt zu geben bereit ist, ein Kuss der Beherztheit und der Solidarität ist!

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat einen Aufruf gestartet. „Kein Weihnachten in Moria“. Sie finden ihn im Internetauftritt des Hedwigsforum und der Gemeinden Mariae Himmelfahrt und St. Markus. Es geht darum, einen Brief an die Bundestagsabgeordneten in Hessen zu schreiben, dass sie sich dafür einsetzen, dass die Flüchtlinge von Moria nicht auch das Weihnachtsfest unter menschenunwürdigen Bedingungen begehen müssen. Machen Sie mit! Werden Sie Teil der Bewegung! Schreiben Sie Ihren Abgeordneten!

»Weihnachten ist kalendarisch am 24./25. Dezember.
Das wirkliche Weihnachten ist in diesen Zeiten dann, wenn Flüchtlinge gerettet werden.
Das wirkliche Weihnachten ist dann, wenn Flüchtlingskinder wieder sprechen, spielen und essen.
Das wirkliche Weihnachten ist dann, wenn ›Der Retter‹ wirklich kommt – und er nicht nur im Weihnachtslied besungen wird.«

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, 22. 12. 2019

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„Gehen auch wir die Wege Jesu“
Diese Worte waren das Motto der diesjährigen Beauftragung der Pastoral- und Gemeindereferent- Innen im Nachbarbistum Trier, aus dem auch unser Bischof stammt. Diese Worte haben mich zu Nachdenken gebracht.
Das erste was mir auffiel, als ich die Einladung zur Beauftragung bekam, war das es sich um einen offenen Satz handelt. Das fehlende Satzzeichen sagt also nicht aus, ob es sich um eine Frage oder um eine Aufforderung handelt. Darüber bin ich gestolpert. Nach einigem Nachdenken bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass das auch nicht wesentlich ist. Denn beides gehört zusammen, Frage und Aufforderung. Beides wird verbunden durch das Nachdenken über den eigenen Weg in der Nachfolge Jesu.
Wir alle sind angesprochen, unseren Weg in der Nachfolge Jesu zu gehen. Egal ob wir nun in der Kirche arbeiten oder an all den vielen Arbeitsorten, an denen wir aktiv sind. Denn nicht nur der Dienst als Gemeinde- oder Pastoralreferent, als Diakon, Ordensmensch, Priester, Bischof, Pfarrsekretärin und all den anderen Berufen der Kirche ist Dienst Gottes oder Nachfolge Jesu.
DSC 0123                                   Auf dem Weg durch das Taubental bei Magdala/Israel


An allen Orten sollen wir in der Nachfolge Jesu Zeugen und Verkünder unseres Glaubens sein. Dieser Glaube beschränkt sich nicht nur auf den sonntäglichen Gottesdienst oder das persönliche und familiäre Beten, er will unser Leben durchdringen, in all dem, was wir tun oder auch lassen. Der Glaube will nicht nur erkennbar werden durch Wort, sondern auch durch Tat. Das fängt bei den kleinen Gesten, dem freundlichen Blick, wenn man Menschen begegnet, kann sich aber auch im offenen Ohr zeigen, dass man für die Probleme, Ängste, Sorgen, Nöte aber auch Freude und Hoffnung der Menschen hat.
In der Konstitution des zweiten vatikanischen Konzil „Gaudium et spes“ heißt es, dass die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute auch immer die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Kirche (also uns) sind. Wir alle sind Seelsorger/in, so wie wir es können und vermögen, ob wir es nun studiert haben oder nicht. Durch Taufe und Firmung sind hierfür bekräftigt, den Menschen helfend zu Seite zu stehen.
Als kleiner Auftrag, den ich ihnen mitgeben möchte ein kurzes Zitat, das ich neulich auf einer Postkarte gelesen habe:
                                                      „Ab hier bitte lächeln!“

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von Rolf Müller

 

 

 

 

 

30. August: Die Narben des Krieges – unsere Verantwortung

Neulich, bei einem Spaziergang durch die Frankfurter Innenstadt habe ich sie wieder entdecken können: Die Narben des zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus in unserer Stadt: Da waren all die Häuser, die in den fünfziger Jahren auf zerbombten Grundstücken errichtet worden waren, die Gedenktafeln für die Opfer der Shoa, die vielen Hochbunker, die aus der Zeit der Luftangriffe noch stehen, auch in unseren Stadtteilen, die Gedenkstelle für das KZ bei den ehemaligen Adlerwerken im Gallus. Es gibt sie, diese und noch viele anderen Narben des Krieges in Städten und in den Seelen vieler Menschen und deren Nachkommen – ganz besonders in den Gegenden Europas und der Welt, die Opfer der von Deutschen verschuldeten und durchgeführten Vernichtungsfeldzügen geworden sind.
Am Dienstag jährt sich der Beginn des 2. Weltkrieges nun bereits schon zum 81. Mal. Es gibt nicht wenige Menschen, die dieses Kapitel der Geschichte abschließen, ja sogar verharmlosen wollen. Ich bin davon überzeugt: Das darf nicht passieren. Die Narben dieser Zeit mahnen uns, diese immer wieder in den Blick zu nehmen, sich der Schuld und Verantwortung zu stellen und – wann immer möglich – aus ihnen zu lernen. Gerade wenn immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen uns von dieser Zeit berichten können ist es wichtig, dass wir die Zeit des Nationalsozialismus immer wieder genau betrachten, weiter erforschen und Antworten auf die Fragen suchen, wie es zu diesem größten Massenverbrechen der Geschichte kommen konnte. Es gilt, darauf zu schauen: Wie konnte Antisemitismus, Nationalismus, Rassismus, und Autoritarismus so viele Menschen erreichen und durchdringen, dass diese zu einem solchen Verbrechen bereit waren? Die Antworten auf diese Frage sind wichtig. Denn auch heute stehen wir vor vielen Problemen und Herausforderungen, die denen der 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ähnlich sind. Wirtschaftskrise, weltweite Migration und ein neues Aufleben von Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus erwachen bei uns und in vielen Ländern der Erde neu – genau die Phänomene, die zu der Katastrophe des 20. Jahrhunderts beigetragen haben. Strukturen, die nach dem 2. Weltkrieg als Lehren aus dieser Zeit aufgebaut worden sind, werden hinterfragt: Sei es die Europäische Union oder die liberale und Demokratie.
Der Blick auf die Narben des 2. Weltkrieges ist gerade für Christen eine bleibende Herausforderung für Frieden, Verständigung der Völker, Gerechtigkeit und Menschenwürde einzutreten. Als Christen bekennen wir unsere Schuld, schauen auf die Narben, gedenken und beten wir für die Opfer und hören wir auf Gottes Wort, um immer wieder neue Wege zum Frieden zu finden. Ganz herzlich lade ich Sie in diesem Sinne zum Gedenkgottesdienst am 1. September um 18.00 Uhr in die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Frankfurt – Griesheim ein!

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von Ralf Albensoeder

 

 

 

 

 

 

Was für Bilder letztes Wochenende - (Neo-)Nazis vor dem Reichstag mit der Reichskriegsflagge – Zeichen der Verachtung unserer Demokratie. Nur von drei mutigen Polizisten aufgehalten. Demonstrationen gegen die Corona Maßnahmen, eine bunte Mischung von besorgten Bürgern, Verschwörungstheoretikern (QAnon), die auch an Weihnachtsmann glauben würden, wenn es nur oft genug in den sozialen Netzwerken behauptet wird und diffuse Ängste damit geweckt werden können, ökologisch angehauchte Menschen und viele, die andere Beweggründe dahingeführt haben – möglichst ohne Maske - und jede Menge Rechte und sogenannte Reichsbürger, Menschen die die Demonstration für ihre Zwecke missbrauchen.

Viele demonstrierten gegen angebliche Zerstörung des Grundgesetzes. Meinungsfreiheit würde eingeschränkt – seltsam wenn sie gleichzeitig demonstrieren dürfen. Brüllereien wie Lügenpresse, weil im Internet ja auch immer die Wahrheit steht, solange sie mir gefällt, und außer, dass es im Netz steht, keine Belege hat.

Und immer ohne Maske, bis auf ein paar, die verantwortlich handelten.

Denn im Grundgesetz steht nichts von einem „Recht“, dass ich andere anstecken und gefährden darf!
Masken begrenzen meine Freiheit - ja, aber die Freiheit endet da, wo ich die Freiheit und Gesundheit andere gefährde (ich darf auch nicht mit 100 km/h durch die Stadt fahren). Deshalb trage ich sie beim besten Willen nicht gerne, aber aus Verantwortung und Solidarität werde ich sie tragenm solange es mir ernstzunehmende Wissenschaftler sagen, dass es nötig ist.

Masken tragen, dass würden gerne hunderttausende in vielen Ländern der Welt, wo die Pandemie wütet und sie nicht zu Hause bleiben können, weil Hilfsmaßnahmen des Staates sie tragen, die arbeiten müssen um mit dem wenigen Geld etwas zum Essen zu kaufen. Die in den Slums und Favelas und Flüchtlingslagen unserer Welt dichtgedrängt noch nicht einmal simple Maßnahmen wie Händewaschen mangels Zugang zu genügend Wasser ergreifen können.
Der „Corona-Hunger“ ist in Dehli, Lagos, Kiew, Tirana oder Manau bittere Realität. Sie müssen leidvoll erfahren, das Corona keine Hirngespinst oder eine Grippe ist. Die Pandemie bringt schwerste gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen mit sich.
Auch viele kirchliche Mitarbeiter, Laien, Ordensleute und Priester, sind z.B. in Brasilien Opfer des Virus geworden, und wie alle haben nich die Bilder das Lastwagen mit Särgen aus Italien vor uns.

Um diesen vielen Menschen zu helfen, ruft die Katholische Kirche in Deutschland an diesem Sonntag, dem 6. September zur Corona Kollekte auf und zum Gebet und Solidarität mit den Leidtragenden auf.

Gerne darf man auch nach diesem Sonntag spenden. Das Spendenkonto ist:

Darlehenskasse Münster
Stichwort: Corona Kollekte 2020
DE53 4006 0265 0003 8383 03

Oder Online unter:
www.dkm-spendenportal.de/corona-kollekte

GEBET

Allmächtiger, gütiger Gott,
du bist der Schöpfer der Welt und Herr über Leben und Tod.
In dieser Zeit der Unsicherheit und Krankheit bitten wir um
deinen Schutz und Segen.
In deinem Sohn Jesus Christus hast du uns gezeigt,
wie wir leben können, ohne Angst,
sondern in Fürsorge um andere,
in der Hinwendung zu den Menschen
in Not und Ausgrenzung.
Durch sein Kreuz und seine Auferstehung schenkst du uns
Hoffnung und neues Leben.
Hilf uns, unsere eigenen Grenzen zu überwinden.
Schenke uns deinen guten Geist,
der stärkt und aufrichtet.

Wir beten
für alle Erkrankten – erbarme dich;
für alle im Gesundheitswesen – erbarme dich;
für alle, die Versorgung, Betreuung und Sicherheit
gewährleisten – erbarme dich;
für die Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft –
erbarme dich;
für alle, die Angst haben und verunsichert sind –
erbarme dich;
für die Alten und Kranken – erbarme dich;
für die Kinder – erbarme dich;
für die, die wirtschaftlich gefährdet sind – erbarme dich;
für alle Menschen weltweit und für Solidarität miteinander –
erbarme dich;
für die Verstorbenen und Trauernden – erbarme dich.
Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria, aller Seligen
und Heiligen bitten wir um deine Hilfe. Wende uns dein
Antlitz zu und sei uns gnädig.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder
und Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

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von Roger Abdel Massih

 

 

 

 

 

 

 

Liebe LeserInnen,
diese Woche bin ich mit dem Wochenwort dran.
Ich habe lange überlegt, welches Wort darf die ganze Woche vor Ihrem Auge sein, ohne dass Sie es langweilt.
Die Suche danach war für mich keine leichte Aufgabe...
Ich erinnerte mich an das Wort in der Bibel: ... Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (Genesis 1, 31)


DU SIEHST GUT AUS!


Schau Dich an,
schau Dich neu in/mit den Augen Gottes an,
DU SIEHST WUNDERSCHÖN AUS...
In voller Liebe hat er Dich geschaffen.
Deine Augen, Dein Lächeln, Deine Hände, ... Alles was in Dir ist, strahlt diese Liebe zurück.
Durch Dich kann ich Gott sehen.
Schaue Dich neu im Spiegel an: Du wirst es sehen: Du siehst gut aus, liebevoll von Gott geschaffen.