Katholische Pfarrgemeinde

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Verena NitzlingLiebe Leserinnen, liebe Leser,
wie geht es Ihnen? Was bewegt Sie in diesen Tagen? Was erfreut sie? Was bereitet ihnen Sorge? Fühlen Sie ein bisschen Sommerferien-Feeling? Ich wünsche Ihnen mit diesen Zeilen einen guten Start in die neue Woche. Eine neue Woche wartet auf uns, 7 Tage, 168 Stunden, 10080 Minuten und 604800 Sekunden werden uns geschenkt. Wie gehen wir mit dieser geschenkten Zeit um? Alles nur Druck, Verpflichtung, Stress und Chaos? Nehmen Sie sich im Alltagsstress auch mal Zeit für sich selbst? Eine kleine Auszeit im Garten, auf dem Balkon, an der Nidda, im Schwimmbad oder vielleicht auch einfach auf der Couch? Eine Tasse Kaffee, ein gutes Buch, eine Zeitschrift, hoffentlich wärmende Sonnenstrahlen und blauen Himmel. Zeit, um mit Freunden zu telefonieren, dem Hobby nachgehen zu können, Zeit für die Partnerschaft, Zeit für die Familie, Zeit für die Beziehung mit Gott und Zeit für sich selbst. Einfach mal nur da-sein, den eigenen Atem spüren, Zeit zum Durchatmen, den Gedanken und Gefühlen nachgehen und diese sortieren, nachspüren von Begegnungen und Gesprächen und Kraft tanken für all das, was das Leben für uns bereit hält. Ich persönlich bin viel draußen in der Natur unterwegs, kann beim Schwimmen abschalten und erfreue mich am strahlenden Sonnenschein. Dieser Sommer ist definitiv anders. Von einigen Familien in der Gemeinde weiß ich, dass sie bereits in den Urlaub aufgebrochen sind oder dies in den nächsten Tagen ansteht. Wir planen gerade Ferienspiele für die Kinder unserer Pfarrgemeinde, unter Coronsbedingungen eine echte Herausforderung, die viel Kreativität freisetzt. Vieles ist in diesen Wochen anders. Und das Andere macht die Sache spannend, setzt Energien, Ideen, Kreativität frei. Ich lade Sie ein, ihren Sommer mal anders zu gestalten und zu erleben. Ich freue mich über Ihre Berichte. Neues ausprobieren, etwas wagen, alles hat seine Zeit, so heißt es schon im Buch Kohelet. Nehmen Sie die geschenkte Zeit und gestalten Sie diese für sich. Gute Erfahrungen und eine gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen Verena Nitzling

Rolf Glaser 450 300

 

 

 

 

 

 

 

 

Urlaubsreif

„Mallorca. Die Geisterinsel: Was wird aus dem Lieblingsziel der Deutschen?“ so titelt heute der Spiegel. Rechtzeitig zu Beginn der Haupturlaubszeit, der Sommerferien!

Die Urlaubszeit, Krise in der Krise. Viele sind urlaubsreif! Die Minderheit fährt unverdrossen ins Ausland, nach Österreich, nach Spanien, nach Italien, nach Griechenland, nach Kroatien. Es sei ihnen gegönnt! Die südlichen Länder, die es härter getroffen hat als Deutschland,  brauchen dringend die Devisen, die der Tourismus einbringt. Hoffen wir, dass kein neues „Ischgl“ entsteht!

Ich selbst habe mich entschlossen, in diesem Sommer nicht ins Ausland zu  fahren. Es ist doch klar: möglich wäre es nur mit vielen Einschränkungen. Und wie die gesundheitliche Versorgung im Fall der Fälle aussieht – zumal für einen Touristen - ist auch unsicher.

Die Mehrheit der Deutschen bleibt im Land. Wenn sie im Urlaub wegfahren, dann Nord- oder Ostsee, Berge, Städtereisen, Bauernhof. Und da gibt es viel zu entdecken. Ich selbst wundere mich immer wieder, wie viele Gegenden mit all ihren Kleinoden und Sehenswürdigkeiten ich in Deutschland gar nicht kenne. Aber auch solche Urlaube kosten Geld! Oft gar nicht so wenig!

Nicht wenige können sich jedoch gar keinen Urlaub leisten. Sie sind von Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Einkommenseinbußen oder Verdienstausfall betroffen. Die ökumenische Initiative „Urlaub ohne Koffer“ organisiert Jahr für Jahr erschwingliche Urlaubsunternehmungen für Menschen, die sich eigentlich keinen Urlaub leisten können, mit Zielen in der Nähe, mit Tagesfahrten und ortsnahen Unternehmungen.

Sie selber können auf diese Weise Ihren „Urlaub ohne Koffer“ planen. Es gibt zahlreiche Wanderrouten in der näheren Umgebung (Bonifatius-Route, Elisabethpfad, Lutherweg, Jakobswege, etc.). Die „Weise Flotte“ bringt einem zu Zielen mainauf- und mainabwärts, Städtereisen, Ausflüge in die angrenzenden Mittelgebirge, Fahrradtouren, Wanderung im Stadtwald  oder einfach Urlaub im heimischen Garten.

Dabei geht es um Abschalten, um  Abwechslung, einfach darum, zur Ruhe zu kommen. Dabei ist nicht zu unterschätzen, dass auch dies viele Menschen nicht erreichen. Sie kommen einfach nicht zur Ruhe. Sie brauchen „action“! Ihr ganzes Leben ist eigentlich nur „action“.

Im heutigen Sonntagsevangelium sagt Jesus: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen!“ (Mt 11, 28) „Ruhe“ meint in der Bibel nicht einfach Nichtstun, so sehr auch das sein Recht hat. „Ruhe“ erinnert vielmehr an die Ruhe Gottes am siebten Schöpfungstag, an dem er mit Wohlgefallen auf sein Werk schaut.- Wer in diese Ruhe eintauchen kann, der findet zur „tiefen Überzeugung, dass alles gut wird...Um Ruhe zu haben, müssen wir darauf setzen können, dass ein vollmächtiges Jawort die Schöpfung  und unsere Geschichte durchwaltet und dass darin unser eigenes Leben mitgetragen ist.“ (Dieter Emeis)

In diesem Sinne, wo auch immer: Erholen Sie sich gut!

Ihr Pfarrer Rolf Glaser

Für diese Woche habe ich Pfarrer i.R. Klaus Wüst gebeten, in alter Verbundenheit zu uns, das Wochenwort zuschreiben. Mit vielen Grüßen aus dem Westerwald hat er es uns gesandt.
Ralf Albensoeder

Klaus Wuest 2018 1Wochenwort

Es sind schon fast 2 Jahre her, dass ich an den Augen operiert worden bin und seitdem, außer dem Gottesdienst bei den internationalen Tagen der Begegnung mit dem Bischof in St. Hedwig, nicht mehr in Griesheim und Nied war, und wir miteinander Gottesdienstfeiern konnten. Sie können sich sicher vorstellen, wie sehr mir dies fehlt, gerade in dieser Coronazeit, in der sehr viele auch mehrere Wochen auf die gemeinsamen Gottesdienste verzichten mussten. Selbst die jetzigen Möglichkeiten nach den vorgeschriebenen Verhaltensregeln ersetzen nicht die gewohnten Gemeindegottesdienste. Immerhin gilt zwar Jesu Wort: „Wo zwei oder drei zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen“, aber es fehlt doch die Erfahrung von Gemeinde und Gemeinschaft in der Eucharistie und nachher bei der persönlichen Begegnung.
Trotz der vielen Regeln und belastenden Umstände sind die Gottesdienste doch als Kraftquelle empfunden worden.
Ich war bis zum Anfang der Pandemie noch in der Klinik und wurde dann zeitnah nach Hause entlassen und konnte in der Karwoche dann die Schreckensbotschaften aus aller Welt in allen Medien verfolgen bis heute.
Da das Wetter mitmachte, konnten wir auf der Wiese hinter dem Haus mit entsprechendem Abstand eine Abendmahlsmesse halten.
Mit großer Betroffenheit haben wir all der Menschen im Gebet gedacht, die schon Opfer der Pandemie waren und voller Angst vor der Infektion die Nachrichten verfolgten mit dem verzweifelten Kampf gegen den Virus .I
Wir haben allen Grund unseren Gott um seine Nähe zu bitten in der weiteren Entwicklung
In diesen W0chen ist mir ein Gebet aufgefallen von Dietrich Bonhoeffer, das gut in unsere Zeit passt:

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.
Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Seid behütet und bewahrt und gesegnet
Klaus Wüst. Pfr. i. R

Manger Ruben kl 300x200Wochenwort 28.6.2020
Ruben Manger
Gott ist nichts verborgen – Für ihn ist alles möglich
„Der Weltraum, unendliche Weiten.“ Diese Worte stehen am Anfang aller Star Trek-Folgen. Bis heute schaue ich mir diese Serien mit Begeisterung immer wieder an. Und immer komme ich dabei ins Grübeln über den Begriff „unendliche Weiten“. Dieser Begriff hat sich in der Menschheitsgeschichte immer wieder verändert und geweitet. Und kein Begriff ist mit dem Forscherdrang des Menschen so stark verbunden wie diese zwei Worte.
Bei der Erkundung des amerikanischen Kontinents sprach man von den unendlichen Weiten der Steppe. Heute sind dies immer noch große Flächen, aber der Mensch hat sie inzwischen kartographiert und in Besitz genommen. Der Mensch ist auch in den Weltraum vorgedrungen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich auch dort ausbreitet.
Aber der Mensch wird niemals alle Grenzen überwinden. Es wird immer eine neue Grenze geben, auf die der Mensch stoßen wird.
In der Lesung vom gestrigen Samstag hören wir von Abraham und Sara, die in hohem Alter von Gott die Verheißung hören, dass sie innerhalb eines Jahres ein Kind bekommen werden. Das klingt für die beiden unwirklich und nur schwer vorstellbar. Sara lacht innerlich sogar über diese Botschaft, so unglaublich ist sie.


„In jenen Tagen erschien der Herr Abraham bei den Eichen von Mamre. […] er lief ihm […] entgegen, […] und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei! […] Er fragte ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er. Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben. Sara hörte am Zelteingang hinter seinem Rücken zu. Abraham und Sara waren schon alt; […] Sara lachte daher still in sich hinein und dachte: Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch das Glück der Liebe erfahren? […] Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara und sagt: Soll ich wirklich noch Kinder bekommen, obwohl ich so alt bin? Ist beim Herrn etwas unmöglich? Nächstes Jahr um diese Zeit werde ich wieder zu dir kommen; dann wird Sara einen Sohn haben. Sara leugnete: Ich habe nicht gelacht. Sie hatte nämlich Angst.[…]“

Gen 18,1-15


Für Gott ist alles möglich, auch das ein Paar im hohen Alter ein Kind bekommt. Gott ist die unendliche Weite, Liebe, Gnade, Freude, Hoffnung. Und schlussendlich ist er auch die unendliche Weite. Ihm bleibt nichts verborgen. Er kennt uns in allen unseren Ängsten und Geheimnissen, all dem Positiven wie dem Negativen und dennoch ist er die unendliche Liebe, die immer zu uns sagt: „Du bist mein geliebtes Kind!“
Ruben Manger

Rolf Mueller portrait 2WochenWort am 14. Juni

Ausgesendet

Als wäre es für heute geschrieben! Das habe ich mir gedacht, als ich das Sonntagsevangelium von heute gehört habe! Da geht es im Matthäusevangelium um die Aussendung der Jünger durch Jesus. Und dieser Text fängt schon gut an: „Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Jesus sieht, was bei den Menschen los ist; er spürt ihre Müdigkeit und Erschöpfung. Genau diese Phänomene machen sich nach einer so langen Krisenzeit auch in meinem Umfeld bemerkbar. Und ich bin mir sicher, dass Jesus das auch heute sieht. Damals hat er keine Konzepte und Pläne dagegen entworfen, sondern er hat seine Freunde zu ihnen ausgesandt. Es waren 12 Leute gewesen – diese Zahl ist symbolisch zu verstehen: Das ganze Volk Israel mit seinen zwölf Stämmen soll erreicht werden. Er gibt diesen Menschen große Vollmachten mit: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“

Ja, ich bin mir sicher, das ist für uns heute geschrieben. Auch wir sollen zu den Menschen rausgehen. Auch wenn ich sicher nicht Wunder wie Totenerweckungen oder Krankenheilungen vollbringen kann, so ist doch an dem Auftrag Jesu auch für mich viel Wahres drin. Ich kann sehr wohl zu Trauernden hingehen und einfach da sein. Ich kann Kranke besuchen und ihnen zur Seite stehen. Ich kann versuchen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und gegen die vielen Dämonen unserer Tage angehen: Verschwörungstheorien, rassistische Einstellungen und vieles andere mehr. „Das Himmelreich ist nahe!“ – wenn ich das verkünden soll, dann heißt das für mich: Ich kann meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass etwas davon hier in meinem Umfeld zu spüren ist. Denn überall dort, wo sich Menschen für Gerechtigkeit und für Schwache einsetzen, ist das Himmelreich nahe.

Ich bin mir sicher: Jesus sendet uns dazu auch heute aus, Frauen, Männer, Junge, Alte. Vielleicht ist das seine Botschaft an alle seine Freundinnen und Freunde für die Zeit jetzt am Ende des harten Lockdowns“: Geht raus, seid nahe bei den Menschen, besonders bei den Schwachen! Damit ist das Sonntagsevangelium von heute ein echter Anstoß, mich aus meinem „Coronafrust“ etwas raus zu bewegen: „Geh los, hab Mut, verlier die Hoffnung nicht“, könnten die Worte Jesu für mich heute bedeuten. Oder einfach genauso, wie er es damals gesagt hat: „Die Ernte ist groß!“

Ich wünsche Ihnen eine gute und gesegnete Woche!

Rolf Müller, Pastoralreferent

 

Bitte,
denken sie auch an die Menschen in ihrer Umgebung, die nicht über einen Internetzugang verfügen und drucken sie das Kirchentagebuch aus und werfen es ihren Nachbarn, Freunden und Bekannte bei einem kleinen Spaziergang in den Briefkasten!

Vielen Dank